Und gib uns unser täglich Brot.
Shownotes
Der Grazer Großbäcker Martin Auer wirbt in Graz auf einer Hauswand seit Jahren mit der bevorstehenden Eröffnung einer Filiale in New York. Nun war es soweit. Vor kurzem ist "RYE BY MARTIN AUER" in Manhattan eröffnet worden. Einziges Produkt: Der Ganzlaib Roggenbrot aus langzeitgeführtem Sauerteig mit Roggen aus Österreich. Der Preis: 60 US Dollar. Das Internet eskaliert, Fans und Kritiker:innen halten sich die Waage und erledigen die PR für den Standort. Ich sehe persönlich die Sache sehr kritisch, möchte aber für den Podcast im Gespräch mit einem Fachmann - Jürgen Schmücking, Kulinarik-Journalist und -Fotograf - in Form eines zivilisierten Streitgesprächs die Rezeption dieser Eröffnung beleuchten und herausfinden, ob die Welt vielleicht nicht so schwarz-weiß ist und ich doch Aspekte dieses Stunts entdecke, die mich die Sache anders betrachten lassen.
Transkript anzeigen
00:00:05: Wenn das so passiert ist, moralisch vielleicht bedenklich oder kommunikativ gut.
00:00:17: Der andere Seite ... Ich denke immer schon, dass die Thema Wertigkeit von Lebensmitteln unter anderem dadurch erhöht werden kann, dass man auch bestimmte Produkte oder bestimmte Produktkopen in einen Bereich hebt, wo sie nicht ursprünglich hin gehören.
00:00:43: Was ich glaube ist, dass solche Projekte ganz gut sind und sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch Produzenten dazu zu bewegen über Qualität und Preise nachzudenken.
00:00:59: Herzlich willkommen bei essentiell was auf den Teller kommt.
00:01:03: heute zu einer sehr kurzfristigen Folge.
00:01:05: mein Gast ist der Jürgen Schmücking ein bekannter Kulinarik Journalist und Fotograf Beides in dem Bereich.
00:01:13: lieber Jürg, vielen Dank für deine Zeit!
00:01:15: Gerne.
00:01:17: Du warst sehr spontan, ich habe dich heute sehr bald in der Früh schon gefragt ob du Zeit hast, du warst gerade am Weg nach Südtirol für einen Shooting, hast sofort Ja gesagt und jetzt sitzen wir beide irgendwo und haben uns da ein Kämmerchen eingerichtet damit man den Podcast aufnehmen.
00:01:30: Da hätte ich immer wieder zurück aus Südterole mein Büro.
00:01:34: Sehr gut!
00:01:34: Ich sitze im Mostviertel bei einer Teamklausur in einem wunderbaren Hotel mit Blick auf die Mostäpfel- und Birnbäume da draußen quasi zivilisiertes Drittgespräch führen.
00:01:47: Es geht um den Martin Auer und seine Bäckerei oder es ist eigentlich ein Geschäft, Rye in New York wo er ein einziges Produkt verkauft seit jetzt glaube ich einer Woche ungefähr nämlich sein Rockenbrot in seiner bekannten Langzeitführung also ein Sauerteigrockenbrott.
00:02:06: Es gibt noch ganze Leibbe.
00:02:07: Das ist eine sehr prominente Adresse in New-York und das kostet sechzig Dollar ein Leibbrot.
00:02:15: Und das alles gesagt reicht aus, dass das Imperium groß ist und das Internet explodiert.
00:02:20: Und zwar in beiden Seiten wie fast immer mittlerweile zwischen den Unterstützern und zwischen denen die sagen Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln ein Wahnsinn!
00:02:30: Und jetzt ist mein Ziel nicht, dass wir auch noch unseren Senf dazu geben sondern ich würde ganz gerne mit dir da kurz drauf schauen.
00:02:36: was sind so die Haupt Themen dagegen dafür, die Kritikpunkte.
00:02:41: Was ist die Irritation?
00:02:43: Und ein bisschen versuchen rauszufinden eher so aus dem gesamtkulinarischen Verständnis auch von dir kann das dem verständnis für Lebensmittel und der preisbereitschaft insgesamt nützen oder schaden?
00:02:57: was er da macht?
00:02:58: es ist gleich meine erste frage was denkst du?
00:03:00: wirkt sich das positiv aus auf landwirtschaft also auf die erzeugerinnen und auf die verkäufer oder das gewerbe?
00:03:07: Oder ist es eher gefährlich, dass man aus einem Standardlebensmittel am Basis-Lebensmittel wie dem Brot ein Luxusprodukt vermeintlich macht?
00:03:17: Das ist eine schwierige Frage.
00:03:22: Im Endeffekt glaube ich schon, dass der Markt und die Produzenten davon profitieren können.
00:03:30: Aber dazu muss sich einerseits einmal das Empöreum genannt.
00:03:33: und die Welle ein bisschen glätten, um die gereizt Zeit etwas zurückgehen.
00:03:40: Das ist das eine.
00:03:43: Und auf der anderen Seite denke ich mir schon, dass die Thema Wertigkeit von Lebensmitteln unter anderem dadurch erhöht werden kann, dass man bestimmte Produkte oder bestimmte Produktgruppen auch mal in einen Bereich hebt wo sie nicht ursprünglich hin gehören.
00:04:05: Ich glaube, dass es funktionieren kann.
00:04:06: sicher bin immer nicht!
00:04:07: Ich habe ein bisschen darüber nachgedacht, es ist ein mutiges Produkt.
00:04:12: um das Sand zu gehen.
00:04:14: Wir kennen das und wir kennen das von Meinen, wir kennen es vom bestimmten Fleischsorten.
00:04:22: Da gibt's ja genau so.
00:04:24: die Ausreißer nach oben Beim Brot haben also ein bissel den Österreich beobachten können Aber halt nicht in dem Ausmaß.
00:04:34: Es ist gleichzeitig Brot aber sowas wie Ja, du hast das Grundlagenzmittel oder so?
00:04:39: Oder Basis-Lebensmittel eigentlich.
00:04:41: Oder was wir mehr oder weniger alle täglich konsumieren.
00:04:45: Genau und da ist es natürlich auch ein Message.
00:04:50: Das verstehe ich schon.
00:04:51: Ein Message, die irritiert.
00:04:55: Wobei gerade diese Irritation oder diese Diskussion um die sechzig Jahre ... Es ist ein bisschen, das sind wir schon auf den Nerven.
00:05:06: Also die Diskussion, weil wir haben an österreichischen Produzenten ein Bäcker.
00:05:12: Aber unser großes Unternehmen ist das dahintersteht, kein kleiner Gewehrübertrieb.
00:05:17: Der
00:05:18: hat ja glaube ich vierzig-fünfzig Filialen in Österreich?
00:05:20: Ja
00:05:20: und auch damit Mitreiter, also das ist ein Unternehmer.
00:05:24: Und der geht es erste Mal aus, geht nach Amerika macht dann Laden auf.
00:05:31: Auf dem ersten Blick legt er einen ziemlich guten Stau hin und da kann man über so viel... Sachen diskutieren.
00:05:37: Das ist ja auch eine interessante Diskussion, aber was passiert?
00:05:42: Es passiert, dass wir über den World Prize reden und es ist immer wieder das gleiche.
00:05:50: Nicht nur im Lebensmittelbereich, es läuft immer darauf aus, wer kann das zahlen, wer soll das zahlen, wer will das zahlen... Die Diskussion ist mal ein Spur zu sagen.
00:06:12: Sie sagt mehr über die Gesellschaft und ihre dünne Nervendecke aus, also das Lebensmittel an sich.
00:06:19: Ich denke oft darüber nach ob wir uns vielleicht auch von zuviel Dingen betroffen füllen, die uns gar nicht so unmittelbar betreffen müssten?
00:06:26: Ich habe noch keine Antwort auf die Frage weil wenn man den Preis nochmal anschauen sieht, ist es eine Stadt in New York, wo einfach alles unglaublich teuer ist als die Lebenshaltungskosten aber sozusagen das gesamte wirtschaftliche Gefühl ein anderes ist.
00:06:39: Das ist die Frage, wenn man das umlegen würde auf was kostet so etwas.
00:06:44: Also nicht einfach nur Umrechnen in Euro sondern was könnte sowas dann bei uns kosten?
00:06:49: Ist die Wertigkeit vielleicht eher richtig weil New York so viel teurer ist als selbst in Österreich-Wien?
00:06:55: ist es Standort für die sozusagen mal gehobenen Qualitätsbäcker und was mir ich gefragt habe ist möglicherweise gibt's in New York auch andere Qualitätenbäckerein die heute mit US Weizen arbeiten Aber auch Sauerteig, Langzeitführung machen oder Rocken in dem Fall.
00:07:12: Und die vielleicht im gleichen Preislevel sind.
00:07:14: aber das betrachten wir alles gar nicht sondern wir nehmen ja sozusagen nur den österreichischen Blick raus.
00:07:22: und etwas was wir interessieren würde wie du es siehst Wir sehen in Österreich immer sehr stolz auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse exportieren.
00:07:32: Da gibt es jedes Jahr eine Handelsbilanz, die immer sehr rauspussant was man exportieren.
00:07:37: gleichzeitig kriegen wir uns auf über argentinisches Rindfleisch oder Irgendwas oder deutsche Milch ich weiß es nicht oder alles was aus dem Ausland noch österreich kommt so als müsste man eine kulinarische Mauer rund um Österreich bauen.
00:07:50: Ich bin da sehr skeptisch, ich bin auch ein Fan von lokalem Bezug aber Ich glaube, man kann das schon auch offener sehen und ein bissel auch noch Spezialitäten vielleicht beurteilen.
00:08:01: Und nach Regionen und zumindest an europäischen Gedanken.
00:08:04: Und vor allem wenn ich stolz auf meinen Export bin muss ich auch aushalten dass jemand andere nach Österreich importiert oder?
00:08:11: Wie siehst du das?
00:08:12: Ja natürlich, natürlich.
00:08:13: Also das sehe ich genauso.
00:08:19: Im Prinzip leitet sich da aus dann ab wieder wie der Preis zu sehen ist.
00:08:24: Also, ohne jetzt die Kalkulation zu kennen oder das aus der Perspektive rechtfertigen zu wollen.
00:08:34: Ich bin sicher, dass das Geschäft in Soho wesentlich teurer ist als ein Geschäft in Graz oder wo immer in Österreich wie in Tifelialen sind und ich bin gleichzeitig sicher, da es das Einkommensniveau in Mallorca anderes ist als was in Österreich der Fall ist.
00:08:52: Wir reden doch nicht vom Gleichen.
00:08:57: Wenn man das übersetzt, dann sind es auch sechzig Euro.
00:09:02: Sechszig Euro sind's oder wie?
00:09:03: Sechzig Dollar sinds und auch gesichtlich haben sie einige die Mühe gemacht.
00:09:06: Das wären so fünfzig Euro aktuell aber du musst dir den lokalen Preis berechnen.
00:09:12: Das ist der New Yorker-Preis quasi.
00:09:13: die Frage ist was wäre es in Österreich?
00:09:15: Ja eben ich meine das Boot gibt es ja in Österreich auch.
00:09:18: Es gibt es schon länger, das kostet ein Hochteil.
00:09:22: Ja, das
00:09:22: stimmt.
00:09:24: Das ist ja keine Wahrheit für uns!
00:09:25: Wir wissen ja was es bei uns kostet... Ich hab's jetzt nicht ganz im Kopf, ich bin schon die Zufuhrstreize in der Eurosein.
00:09:33: Wahrscheinlich, also ein Bruchteil davon?
00:09:35: Was ich mich frage und ich bekenne, das hätte vielleicht zu Beginn des Gesprächs machen sollen, ich sehe das Ganze sehr kritisch ... ich bin überhaupt kein Fan davon und bin sehr skeptisch weil ich glaube dass man Brotnet als Luxusprodukt etablierend darf, weil das ganz ein falsches Signal eher für das Bäckerwesen insgesamt und auch für das Thema Leistbarkeit von Grundnahrungsmitteln und täglichen Lebensmittel ist.
00:10:00: Aber ich möchte bewusst sozusagen aus dem Gespräch versuchen.
00:10:04: Vielleicht finde ich für mich trotzdem ein Argument wo ich sage okay Das macht Sinn und let him go.
00:10:09: also wenn jemand das zahlt dann viel Erfolg damit Weil ich glaube, ich versuche ein bisschen mal rauszufinden.
00:10:17: Ist die Welt so schwarz-weiß oder kann ich es aushalten damit zu leben dass ich das sehr kritisch sehe aber vielleicht trotzdem seine Richtigkeit hatte?
00:10:24: Also ich bin noch ein bissel bei dir.
00:10:29: Ich klar auch, dass das Gewundnahungsmittel jetzt nicht abheben dürfen.
00:10:36: auf der anderen Seite müssen wir von dieser absoluten Low Price billig Philosophie und Da müssen wir leiden.
00:10:47: Und das ist eines der Instrumente dafür und das ist ja ein Instrument, das eigentlich nicht nur im ... Wir reden da eben von keiner Grundversorgung also wieder in Österreich noch in den USA.
00:10:58: Also wir reden vom Tick-Beeck, also wir reden von dem High Level und Boutique und Sie haben eine sehr kleine Nische an Kunden Aber es hat Stahlkraft.
00:11:14: Was ich glaube ist, dass solche Projekte ganz gut sind und sowohl Konsumentinnen als auch Produzenten dazu zu bewegen über Qualität und Preis nachzudenken.
00:11:28: Und sie einfach mehr so trauen.
00:11:31: Das ist für mich das Gute an der Geschichte.
00:11:37: Es geht immer um ein bisschen eine Art Vorbildwirkung.
00:11:42: Da glaube ich, dass er einfach einen guten Job damit macht.
00:11:46: Jetzt kann man etwas sagen... Aus sozialpolitischer Sicht ist es bedenklich, weil das wirklich wahrscheinlich Stimulabwuchthalter weiter leisten kann.
00:11:57: Ich sehe es jetzt einmal so, wenn er startet mit einem Preis und spiele karussische Sohle, der ist Unternehmer in Österreich mit einer großen Organisation geht nach Amerika investiert dort, der hat schon vor dem August welchen Preise verlangen können.
00:12:17: Also als der Marktforschung wird er schon betrachten haben.
00:12:21: Und für mich gibt es immer die Philosophie, wenn jemand bereit ist an bestimmten Preise zu zahlen und da sind wir in einer Menge, dass sie das eben dann vor dem Reich mit, dann ist der Preis gerechtfertigt.
00:12:35: Warum nicht diskutieren?
00:12:36: Da kann man jetzt sagen okay was hat das für Wirkung?
00:12:43: oder was können Sie andere davon abschauen?
00:12:48: Aber eines unternehmen wir!
00:12:52: Ich meine, es ist freie Marktwirtschaft.
00:12:53: kurz erklärt was du Gott beschrieben hast in Wirklichkeit.
00:12:56: Das ist ja auch gleichzeitig sozusagen das Argument derer die dafür sind und derer, die dagegen sprechen.
00:13:00: Die sagen da ist ja genau das Gefährliche dran dass einzelne Angebote und dieses etablieren und die Nachfrage die auch da ist diese Preise halt für alle nach oben treiben.
00:13:11: Das is so die Sorge die man dabei glaube ich hat.
00:13:13: Ich hab noch jetzt gerade gedacht weil Du gesagt hast da das Thema Selbstbewusstsein Stolz oder sozusagen die Kalkulation, die Wertigkeit des eigenen Produkts.
00:13:23: Wenn man es dafür als Beispiel hernimmt und sagt aus einem anderen Bereich wo das noch viel zu wenig ausgeprägt ist wie oft gibt's noch Winzer & Winzerinnen?
00:13:32: Die Verkostungen am Hof gratis machen da oft sehr viel Wein ausschenken Leute.
00:13:37: Es gibt viele die das schätzen und die an Respekt haben und dann ein Wein kaufen.
00:13:41: aber vielleicht will nicht jeder kaufen Wasser verkostet oder nicht alles, was er verkostete kaufen.
00:13:46: Und dann habe ich dort dem seinen Laden leer getrunken und zische ab ohne dem irgendeinen Cent Geld zu zahlen.
00:13:52: Ich bin ein großer Fan davon, dass Winterinnen sagen wenn du zu mir kommst verkosten wir machen uns etwas aus.
00:13:57: das kostet dreißig, fuchzig, sechzig, neunzig Euro keine Ahnung je nachdem welche Kategorie meine und wieviel.
00:14:03: Wenn du bei mir kaufst Geht das selbstverständlich im Kaufpreis auf?
00:14:08: Wenn nicht, hast du für die Verkostung gezahlt weil es ist meine Zeit.
00:14:11: Es ist mein Wein und es ist eine Dienstleistung die ich dir bringe heute für wahnsinnig gescheit.
00:14:17: und es braucht irgendwann einmal glaube ich auch der Selbstbewusstsein zu sagen man muss den Leuten ja vermitteln dass die Erzeugungen von Lebens- und Genussmitteln das ist das gleiche ein unglaublicher Aufwand ist Und die kann Karwärtschätzung verlangen wenn ich selber Karwertigkeit meinen Produkt gebe
00:14:32: absolut was er da bringt voll bei dir.
00:14:35: längst überfällig, dass wir das in der Breite haben.
00:14:40: Glaubst du wenn man jetzt wieder nach New York schauen?
00:14:42: Wir wissen es beide nicht und sagen keine Hälse und haben keine Glaskugel.
00:14:45: aber wir können Vermutungen anstellen.
00:14:48: Glaubst du ist es eher so ein Phänomen des Kaisers neue Kleider im Sinn von... Wenn man wirklich versucht die New Yorker Brille aufzusetzen und unseren österreichischen Blick glaubt den muss man da auch mal weglassen.
00:14:59: Man sagt ich wohne in New York angenommen in Manhattan Und geht auch hin und findet es total schön.
00:15:05: Und posch!
00:15:06: Und super, dass dieser Laden da jetzt dort steht wo irgendwie eine Promis ein- und ausgehen.
00:15:15: Ich finde das toll, dass ich so viel Geld für sowas zahle.
00:15:18: Ich kenne mich gar nicht bei Brot aus... ...und vielleicht nach dem zweiten Mal schmeckt's mir auch gar nicht mehr weil sonst nie Rockenbrot esse.
00:15:25: Aber ich hoffe seitweils er Trend ist.
00:15:28: Denn wer für mich so ein Klassisches?
00:15:29: Ich muss dabei sein.
00:15:31: Das keises neue Kleideeffekt.
00:15:32: Glaubst du, dass es passieren kann?
00:15:35: Dass sogar die Posche Stadt New York irgendwann nochmal aufwacht und sagt aber der Kaiser ist ja nackt.
00:15:41: Und das dann sozusagen vorbei ist von heute auf morgen?
00:15:44: Weil's nicht mehr Trend ist sondern weil's auf einmal wieder da ist was es is nämlich ein Grundnahrungsmittel, ein Leibbrot.
00:15:50: Ja.
00:15:51: also das mag schon sein, dass das passiert.
00:15:53: ich glaube wenn das passiert dann ist man halt auch morgen weil so in diesem Grundtrend zu Authentizität, zu Handwerk, den gibt´s ja zu authentischen Lebensmitteln.
00:16:06: Das heißt, ich glaube nicht, im Moment ist es so, dass sich dort wirklich Leute anstellen mit dem Schlangen.
00:16:15: Was ich mir vorstellen kann, ist, dass sie kurzer werden oder...
00:16:19: Oder sich das Verkaufsservice schneller einspielt und dann auch schneller verkauft?
00:16:27: Es ist eine mikrologistische Geschichte, wenn man sich überlegt, das sind lange Schlangen So groß ist das Geschäft, also...
00:16:34: Willst du gelten macht dich selten?
00:16:36: Ja, man fragt du ja nicht.
00:16:38: Ich
00:16:40: würde irgendwann einmal so mit natürliche Grenzen der Produktion haben.
00:16:47: Also wohl ja.
00:16:47: doch ich glaube schon dass es sehr wieder einpendeln kann und wahrscheinlich wird passiert bei anderen Produkten genauso.
00:16:56: Nichtsdestotrotz ist es jetzt gut, dass es so ist wie sie ist.
00:17:03: Diesen Peek am Aufmerksamkeit, das würde man auch ausnutzen.
00:17:09: Eine abschließende Frage zu dem Thema, dass da in dieser Emotion recht mitschwingt?
00:17:16: Jetzt haben wir seit Monaten, seit Jahren fast eigentlich eine sehr überhitzte Diskussion zum großen Teil auch zurecht zu wahnsinnig schnell steigenden Lebensmittelpreisen.
00:17:25: Im Lebensmittelhandel genauso wie in der Gastronomie, getränke noch einmal ein bisschen mehr.
00:17:30: es sind alle verzweifelt und irritiert aber keiner kommt aus der Spirale hat irgendwie raus hat man das Gefühl glaubst du passiert da was Martin Auer glaube ich nicht beabsichtigt ehrlicherweise dass er damit befeuert, diese Wahrnehmung die ohnehin schon da ist.
00:17:46: Das Lebensmittel quasi fast täglich teurer werden und das man sich bald gar nichts mehr leisten kann.
00:17:51: also auch dieses Verzweifelzeichen in der Bevölkerung, dass man sagt jetzt kann ich mir nicht mal mehr eine Brot leisten.
00:17:58: Ich heiße immer nur, dass die Leute den Butterpreis schon vergleichen.
00:18:00: und wie viel Kilo kann man Butter essen?
00:18:03: Dass einem das rauf hat, dass es teurer wird und das haben wir in einem ganz anderen Bereich an absoluten Preisen.
00:18:08: Also es ist ohnehin eine große Belastung und auch empfundene Belastungen.
00:18:13: Ja, wenn du sagst guter Preis oder Milchpreis der wird nicht vergleichen in der aufsummierten Summe die ausgegeben wird sondern am Preisschild.
00:18:25: also ich muss gar nicht so viel Butter kaufen.
00:18:27: aber wenn ihr am preisschild seht das ist der Preis A an dem Tag und das ist den Preis B für Peter Das ist eine emotionale Geschichte dass das im Ende des Monats gar nicht Aufwalt.
00:18:42: Es ist dann später und da kann ich mir so vorkommen, was ich schon glaubt.
00:18:48: Und jetzt sind wir wieder ein bisschen Empirismus.
00:18:53: Immer die Presseaussendungen, die OTS noch mehr angeschaut und da steht der Parais gar nicht drinnen.
00:18:59: Das heißt er ist irgendwie später ins Spiel gekommen.
00:19:01: Ich weiß es natürlich.
00:19:03: Ich könnte mir aber durchaus vorstellen dass das die Agenturen oder auch selbst ein bisschen damit gespielt haben, weil es ja eine steuerbare Aufmerksamkeit für kommunische Geschichte ist.
00:19:21: Wenn du in einer Headline oder in einem Boasting oder in einer Kommunikation sorgst dass der Brot-Bodle sechzig Euro kostet dann wirds nicht lang dauernd bis die ersten Journalisten das aufschnappen und dann wird's nicht an dauernde bis genau das passiert ist was geht passiert ist.
00:19:37: Das heißt aus Medien oder aus kommunikativer Sicht hätte gar nichts Besseres passieren können, als das was ist genau passiert ist.
00:19:46: Man kann sagen okay wenn man das weiß oder wenn man es in Kauf nimmt und die... Es ist ja nur deswegen so da krezipiert weil eben genau diese Angst dass die Lebensmittelpreise davon gehen mehr oder weniger der Treiber für diese Diskussion ist.
00:20:07: So, damit kann ich als Unternehmer spielen und sagen, darf lasse mein.
00:20:13: Wenn das so passiert ist moralisch vielleicht bedenklich, aber kommunikativ gut?
00:20:27: Ein schöner Abschluss für unser Gespräch!
00:20:29: Ich bin immer noch sehr kritisch und bleibe skeptisch der ganzen Sache gegenüber weil bei mir überwiegt schon das Thema Brot als Luxusprodukt und man inszeniert eine Welt Wo ich sehr viel damit anfangen kann, aber ich hab meine Grenzen und die sind hier überschritten brutal.
00:20:46: Aber ich habe aus dem Gespräch trotzdem ein paar Gedanken mitgenommen, dass ich sage, meine Empörung wächst nicht sondern ich werde es kritisch betrachten und schauen ob meinem Jahr immer noch Rockenbrot als Österreich in New York kaufen kann.
00:20:59: Lieber Jürgen, ich danke dir für deine Zeit!
00:21:02: Danke auch.
Neuer Kommentar