Vom Trend zur Kategorie: "Low Intervention"-Weine werden erwachsen.
Shownotes
"Österreich arbeitet gerade an einem der modernsten Weingesetze", sagt Martin Arndorfer vom "Weingut Martin und Anna Arndorfer" im Straßertal in unserem Gespräch mit Michi Moosbrugger vom "Weingut Schloss Gobelsburg" im Kamptal. Die bedeutendste Veränderung: Sogenannte "low intervention"-Weine, bisher in unzähligen individuellen und unklaren Beschreibungen und Auslegungen eher ein Nährboden der Verwirrung bei Weinfreunden, werden eine eigenständige Kategorie im Weingesetz. Und sie können künftig - mit dem Segen der lokalen DAC-Komitees - auch in das für Österreich prägende System der Herkunftskennzeichnung bei Qualitätsweinen aufgenommen werden. Ein durchaus epochaler Schritt, teilt das bisherige Weingesetz doch eher Weine in eine Zweiklassengesellschaft, wo Winzer:innen gar keine zwei Klassen, sondern Vielfalt sehen. Warum das für uns als Weinliebhaber:innen auch relevant ist, was das neue Weingesetz mit Konsumentenschutz zu tun hat und warum in österreichischem Sekt nicht immer österreichischer Wein enthalten ist, erzählen mir die beiden Winzer, die mit ihren beiden Betrieben vortrefflich für die große Bandbreite der Vielfalt an Top-Weinen in Österreich stehen. Hinweis: Das Weingesetz befindet sich in Ausarbeitung. Gültigkeit der Angaben mit Beschlussfassung. Links: Weingut Martin und Anna Arndorfer Weingut Schloss Gobelsburg Österreichische Weinmarketing/DAC-System Österreichisches Weingesetz Bundesamt für Weinbau
Transkript anzeigen
00:00:07: Es ist tatsächlich im Moment so, dass man eigentlich in Österreich eines der modernsten Weingesätze schreibt.
00:00:21: Wo der Konsument des hinein kommt?
00:00:24: Da geht es sozusagen im Wesentlichen um den konsumenten Schutz.
00:00:37: Und von dieser Seite aus gesehen ist ja doch der Riesenschritt das Low Intervention Wine als eigene Herstellungsmethode definiert und geregelt wird.
00:01:02: Teller kommt, heute eher was ins Weinglas kommt.
00:01:05: Ich bin zu Gast bei Michi Mosbrucker vom Weingold-Schloss Gogelsburg und Martin Andorfer, wie es auch noch bei dir heute am Betrieb Martin ist.
00:01:15: Danke für die Einladung!
00:01:16: Und danke für euer Beiderzeit!
00:01:19: Ich habe ein Thema mitgebracht oder jeweils gefragt ob ich bereits als mir ein Thema zu erklären.
00:01:24: Das am ersten Blick ein bisschen trocken und komplex und fad klingt weingesetzt neu vorweg schon mal Aber ich glaube, da steckt für dahinter was uns als Weintrinkerinnen und Weinliebhaberinnen auch interessiert oder beschäftigen sollte.
00:01:38: Aber wir starten nochmal.
00:01:39: euch kurz bitten, dass ihr euch kurz vorstellt wer seid ihr welchen Betrieb habt ihr?
00:01:44: Und wie produziert ihr auf diesem Betrieb Wein?
00:01:47: Lieber Martin stattdest du?
00:01:48: Ja gerne!
00:01:50: Hallo von meiner Seite im Martin Andorfer vom Weingut Martin & Anna-Andorfer.
00:01:57: Wir führen den Betrieb gemeinsam, die Anna und ich.
00:01:59: Es sind zertifiziert biologischer Betrieb wo biodynamische Einflüsse vorhanden sind aber nicht zertifikiert.
00:02:10: Wir arbeiten in Straß eben auf vielen verschiedenen Parzellen und Weingärten.
00:02:14: Strasse
00:02:15: im Strassartal?
00:02:16: Genau, straß im Strassertal, im Kampfteil Und haben wir damit ziemlich große Vielfalt an Böden und teilweise auch Rebsorten Und produzieren eigentlich seit Jahrzehnt zwölf immer steigende Rennmengen an Naturwein oder Low Intervention Wein.
00:02:33: Ist ja ein Haufen Begriffe drinnen, die wir uns dann nochmal genauer anschauen müssen.
00:02:39: Das ist eine oder andere im Gespräch hinsichtlich Weingesetz.
00:02:43: Ja, sehr gut!
00:02:43: Ein erster Teaser?
00:02:45: Genau also mit den Low Intervension Wein zum Beispiel.
00:02:47: das ist ein Thema was behandelt wird Und vielleicht so ein Betrieb mehr, die Naturweine ist halt eine Sache, die man in den letzten Jahren hat sich das entwickelt und ist aber durchwegs Herstellungsmethode die in erster Linie international größere Bedeutung hat.
00:03:07: Also vor der Weine, die wir produzieren werden ca.
00:03:10: neunzig Prozent exportiert und das verteilt sie in fünfunddreißig verschiedene Länder.
00:03:15: Okay wow!
00:03:17: Aber das Schöne ist dass in Österreich quasi jetzt gerade eben auch das Thema immer mehr auch hinsichtlich Weinrecht in einem Papier ist.
00:03:28: Okay, dazu kommen wir mal gleich später.
00:03:29: lieber Michael darf ich dich auch bitten erzählst du kurz wer du bist von welchem Weingut du kommst und wie ihr dort wirtschaftet?
00:03:36: Ja hallo.
00:03:37: also ich bin Michi Mossbrocker.
00:03:39: Ich bin verantwortlich für das Weingutschloss Kobelsburg.
00:03:44: Schloss Kobelsburg ist ein sehr alter historischer traditioneller Betrieb hier in Österreich.
00:03:51: Einer der ältesten.
00:03:52: vor fünf Jahren haben wir achthundertfünfzig Jahre klösterliche Weinbaugeschichte gefeiert und wir produzieren im Betrieb vorwiegend typische Herkunftsweine, also Gebietzweine Ortsweine Riedenweine.
00:04:09: Das ist so das Zentrum dessen was wir machen und haben noch so als kleinere Spezialitäten, um die wir uns auch dann ein bisschen kümmern.
00:04:19: Dazu gehört also dann der Schaumwein, der Qualitätsschaumweihen, weil langen Läuß zum Beispiel das Epizentrum der Qualitätsschaumweinszene in Österreich bis hin geworden ist.
00:04:29: Wir machen ein bisschen Rotwein oder Süßwein und als historisches Weingut beschäftigen wir uns mit historischer Weinbereitung.
00:04:41: die gemacht werden, wie man sie vor zweihundert Jahren gemacht hat.
00:04:46: Weil ich glaube das es wichtig ist dass es in Österreich auch Betriebe gibt, die sich mit derartigen historischen Fragen beschäftigen und auch eine gewisse Kompetenz haben dann in diesen Fragen weil das schon ein wichtiger Teil der österreichischen Weinwirtschaft ist.
00:05:03: Vielen Dank jetzt haben wir da schon, da geben Sie schon viele Fragen aus eurer beiden Betriebsprofile bzw gleich vorweg.
00:05:10: Sie interessiert mich, weil du sagst ihr macht's Weine auch so wie sie vor Zweihundert Jahren gemacht wurden.
00:05:15: Was heißt das konkret?
00:05:16: Worauf achtet ihr da?
00:05:18: Weil Du Martin hast gerade ein bisschen schon angeschnitten des Thema Biodynamische Naturwein und den Blick nach vorne.
00:05:24: Und du sagste, dass ist euch auch wichtig das zu erhalten diese historiellen Traditionen.
00:05:30: was stelle ich mir darunter vor?
00:05:32: Wie wurde Wein denn vor zweihundert Jahre angemacht.
00:05:35: Also, die Weinbereitung vor vergangener Epochen würde wahrscheinlich einen gesamten Podcast... Ganz
00:05:42: sicher?
00:05:43: Das ist eine Serie wahrscheinlich.
00:05:46: Aber vielleicht... also es gibt aber vielleicht nur in kurzen Sätzen... Es gibt einerseits eine handwerkliche Komponente, die sich wirklich fundamental unterscheidet von dem was wir heute machen.
00:06:02: Und dann gibt es aber auch vielleicht eine philosophische Frage, die ja so auch dahinter steht.
00:06:09: Es geht also nicht nur sozusagen speziell um die Art und Weise wie physisch ebenweilen damals gemacht wurde sondern es geht auch um die Frage in welchem Selbstverständnis haben Winzer zur damaligen Zeit gelebt?
00:06:24: Und hier, also wenn man so die moderne Weinwelt betrachtet und das ist vielleicht auch eine Idee, die ja gerade auch der Martin sehr stark verkörpert in seinem Betrieb.
00:06:34: Ist eben diese Idee der Low Intervention,
00:06:37: d.h.,
00:06:38: dass man versucht sozusagen im Keller möglichst wenig zu tun.
00:06:42: große Weinen steht im Weingarten aber jetzt nicht im Keller sondern die Kunst großen Wein zu machen ist es nichts zu tun.
00:06:49: Also das sind so ein bisschen diese philosophischen Grundlagen eigentlich der heutigen Zeit, möglichst viel an Technologie zu vermeiden und möglichst viele im Weingarten also schon die Grundlage für Qualität also zu setzen.
00:07:06: Vor zweihundert Jahren hatte man hier eine ganz andere Anschauungsweise.
00:07:11: Erstens gab es diese Technologie gar nicht, daher gab's auch die Problematik schon gar nicht.
00:07:16: Und man hatte damals eher eine Vorstellung darüber dass Wein etwas ist das vielleicht vergleichbar mit der menschlichen Existenz.
00:07:24: Man hat gesagt Wein ist so wie wir und genauso wie wir Menschen wenn wir geboren werden zuerst einmal Entwicklungen durchleben müssen.
00:07:33: bis wir erwachsen sind muss eben auch Wein entsprechende Entwicklungen.
00:07:40: Und genauso wie wir Menschen atmen müssen, um das alles zu tun können muss eben auch der Wein von Zeit zu Zeit atmen.
00:07:47: Das heißt also man hat die Vorstellung gehabt und Wein muss regelmäßig sozusagen einen Atemzug nehmen, dass er wiederum seinen nächsten Entwicklungsschritt vollziehen kann.
00:08:00: Das hat man dann in regelmäßigen Abständen gemacht.
00:08:03: Man hat über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren die Weine regelmäßig von fast zu fast gezogen,
00:08:12: d.h.,
00:08:13: im ersten Jahr so drei bis viermal, im zweiten Jahr zwei bis dreimal und jedes weitere Jahr ein bis zweimal.
00:08:19: Um einerseits die Weinen atmen zu lassen um ihnen quasi den Sauerstoff zu geben, den nächsten Entwicklungsschritt zu nehmen Und andererseits sie sozusagen von der Hefe wegzunehmen.
00:08:30: Es gab keine Filtration, die Weine mussten irgendwann einmal blank werden und über seinen langen Zeitraum garantiert es eben dass dann die Weinen nach drei vier Jahren dann auch wirklich blank waren und dann wirklich fertig waren für den Genuss und für den Verkauf usw.
00:08:46: Das hat man die Schulung des Weines genannt Und damals war ich sozusagen noch der Kellermeister.
00:08:53: Der Wein war meine Schulung, deswegen hat man über die Schulung gesprochen.
00:09:02: und das sind also philosophische Unterschiede.
00:09:05: und das Interessante und spannende daran ist dass ja gerade solche Vorstellungswelten auch unser Handeln beeinflussen.
00:09:12: Und deswegen beschäftigen wir uns also mit solchen Fragen und deswegen machen wir diese Traditionsweine am Weingut, die eben so eine Reminiszenz sind an die Weinbereitung der vorigen Jahrhunderte.
00:09:28: Wissen das die Konsumentinnen eure Kundinnen zu schätzen?
00:09:33: Verstehen Sie das auch den Aufwand, den ihr da betreibt, wo es Gott beschrieben hast?
00:09:37: Weil es ist ja sehr viel Hingabe, bis der Wein in der Flasche ist.
00:09:41: Natürlich!
00:09:42: Wobei ist jetzt quasi kein Thema für den Amateur.
00:09:52: Ich glaube das ist eher ein Thema für Menschen die sich tiefer mit dieser Materie beschäftigen und deswegen sage ich auch, dass sie eine kleine Spezialität sind, die wir am Weingut machen oder die wir offerieren.
00:10:02: für Menschen, die sich halt tiefer mit solchen Fragen beschäftigen.
00:10:06: Für Menschen, denen schon vielleicht alles getrunken haben und was Neues erleben wollen.
00:10:14: Und daher bieten wir das dann noch an.
00:10:17: Auch ein schönes Stichwort dann für später des Themas wie unterschiedlich man sich mit Wein beschäftigt oder wie unterschiedliche Strukturen der Weintrinkerinnen sind.
00:10:25: von Ich gehe im Supermarkt und kaufe mir einen Wein um drei Euro Oder bis hin zu.
00:10:31: ich habe ein großes Interesse, hab irgendwie speziellen Qualitätsanspruch.
00:10:36: Aber Vorstellung eine Lieblingsrebsorte selber Wein gemacht?
00:10:39: Ich weiß es nicht!
00:10:40: Es gibt ja nicht den einen Weintrinker oder die eine Weintrunkerin.
00:10:43: vielleicht noch kurz um ein bisschen zum Gesetz zu kommen.
00:10:47: Der Martin sagt er arbeitet biologisch zertifiziert und mit biodynamischen Einflüssen.
00:10:52: sagen wir mal so wie arbeitet ihr auf Schloss Gobelsburg?
00:10:56: also wir sind nachhaltig zertifikiert Und wir versuchen, es ist so.
00:11:04: Ich glaube in der Weinwelt gibt es ja keine ultimativen Lösungen und wenn man also auch das ist vielleicht auch etwas was man aus der Geschichte lernt ich glaube das entscheidende für uns Winzer ist dass wir immer offen sind für neue Entwicklungen und ausprobieren neue Wege zu finden weil jede jede Entscheidung, die wir treffen.
00:11:27: Jede Maßnahme, die Wir setzen hat immer gewisse Folgewirkungen und wir können nur immer ein bisschen so die Schrauben drehen und versuchen sozusagen immer einen Schritt weiterzukommen und das machen wir auch.
00:11:41: also wir beschäftigen uns zum Beispiel sehr intensiv mit neuen Rebsorten am Weingut weil Wir der Meinung sind, dass derzeitige Zustand in der Weinwelt auch etwas unbefriedigend ist für alle Seiten.
00:11:56: Weil wenn man biologisch arbeiten will, dass man trotzdem noch seinen hohen Pflanzenschutzaufwand hat, das ist vielleicht nicht das was man anstrebt als Minzer und es ist ja auch die langfristige Vision von vielen biologischen und biodynamischen Produzenten dass man vielleicht auf diese Art und Weise, vielleicht auch mal mit drei oder vier Spritzungen über das Jahr dann durchkommt.
00:12:18: Und nicht mit fünf, zehn oder zwanzig?
00:12:19: Ungrundsätzlich so, weil ich es verstehe.
00:12:21: Das ist ewige Kupferdämer in Wirklichkeit.
00:12:23: Man bringt einen Stoff in den Boden ein, den man gar nicht möchte aber es gibt halt wenig Alternativen.
00:12:27: Da sind wir jetzt eh schon mitten in der Diskussion.
00:12:30: Jetzt habt ihr beide beschrieben euren Betriebsspiegel oder quasi auch eure Art, deinen Zugang weinzumachen und da waren schon eine unendliche Menge an Fachbegriffen.
00:12:42: steht das, finde ich auch für das wie komplex Wein geworden ist.
00:12:48: Vor allem für uns als Konsumentinnen – wenn man jetzt nicht selbst im Weinbaus wahrscheinlich im Weinbau genauso – es gibt so viel Interesse an Wein wie noch nie, finde Ich.
00:12:57: Gleichzeitig gibt's so viele Spielarten, so viele Begrifflichkeiten, soviele Variationen und so viele Zugänge, dass sich aus Konsumentin oft überfordert Was ist das?
00:13:08: Mir fällt auf, die Leute unterscheiden oder wissen nicht zu unterscheidern.
00:13:12: Naturwein, Orangewein vermischen die Begriffe, wissen etwas dahinter steht.
00:13:16: Du hast beschrieben eure Produktionszugang zu alter Art Wein zu machen und du hast beschreiben auch den wir heute arbeitet worauf er Wert legt.
00:13:29: Das Weingesetz was warum braucht es überhaupt ein weingesetzt?
00:13:34: Und is in diesem jetzigen weingestets irgendeine was davon geregelt von dem, wie ihr beide jetzt gerade beschrieben habt.
00:13:41: Wie ihr arbeitet oder sagt ihr na das ist also in der vergangenen Zeit und die Realität ist schon ganz woanders.
00:13:46: weil es für mich dann auch zur Frage was kommt denn im neuen Weingesetz?
00:13:51: Ja die quasi Entwicklung oder die Vielfältigkeit was man am Weinmarkt findet ist schon riesig.
00:14:00: Es sind einige Entwicklungen die ja jung sind.
00:14:02: Also das Thema mit Low Intervention oder Natural Wine.
00:14:06: Eigentlich haben unsere Großväter als Low Intervention gearbeitet, weil wieder mich erzählt hat das hat es damals nicht gegeben.
00:14:13: Es gab
00:14:13: keine Möglichkeit zur Intervention?
00:14:15: Genau und deswegen hat sie eben die Frage nicht gestellt.
00:14:18: und für uns ist auch das... Und deshalb Naturwein, Low Interventionswein oder Orange Wein sind alles neue Begriffe, was in den letzten zwanzig Jahre mehr und mehr auf die Weingarten kommen.
00:14:34: durchwegs jetzt wieder was Aktuelles oder Neues.
00:14:36: Deswegen für uns ist das so eine Sache, die der Konsument auch langsam lernen kann.
00:14:41: Im Grunde reden wir immer über Wein und deswegen für mich ist es durchaus verbindend.
00:14:47: Es gibt verschiedene Produktionsorten, es gibt verschiedene Weinstile oder Herstellungsmethoden aber im Grunde sprechen wir immer von Wein.
00:15:00: Deswegen für uns ist es auch ganz wichtig, dass man das nicht differenziert.
00:15:03: Dass man jetzt sagt, ah das eine ist Blankerwein, das andere ist Naturdrüb, das eine is besser oder schlechter und es sind Unterschiede vorhanden und vor allem eine bessere Stellung von dem ein oder anderen finde ich persönlich immer total unpassend.
00:15:19: Und genauso wie der Konsument entscheiden kann er trinkt lieber das oder das.
00:15:25: Beim Weinrecht ist es so, dass die Entwicklung von Naturwein oder Low Intervention Wein bis dato in der Herstellungsmethode nicht geregelt war.
00:15:35: Also seit elf Jahren gibt's Bezeichnungsverordnung.
00:15:39: das schon der Konsument darauf hingewiesen wird mit der Bezeichnung Orange Wein oder Natural Wine steht damals drinnen.
00:15:49: Das heißt, er hat schon eine Idee wenn das draufsteht dass es anders ist.
00:15:52: Aber jetzt war die Herstellungsmethode nicht geregelt.
00:15:57: und jetzt im Moment ist man daran quasi des Weinrechts in Österreich neu zu schreiben.
00:16:03: auf der einen Seite weil es notwendig ist Veränderungen vom EU-Gesetz heraus einzurbeiten Und es ist tatsächlich im moment so dass man eigentlich in Österreich eines der modernsten Weingesätze schreibt Und das sind auch die Leute, die da involviert sind.
00:16:21: Also personell im Ministerium oder in den Expertenrunden oder Komitees.
00:16:28: Das dürft irgendwie so das Gefühl... also ich habe das Gefühl dass es jetzt zur richtigen Zeit am richtigen Ort und da passiert tatsächlich eine großartige Sache um, sofern diese die letzten zwanzig Jahre entwickelt haben rechtlich festzuhalten.
00:16:44: Glaubst du, weil du gerade sagst das passiert jetzt zum richtigen Zeitpunkt?
00:16:48: Dass es sogar einen Sinn macht da zuerst die Entwicklung stattfindet und die Differenzierung und Diversifizierung.
00:16:54: Und dann mal die rechtlichen Grundlagen nachzieht und ist ordnet?
00:17:00: Ja und nein!
00:17:01: Also günstig wäre natürlich wenn man von Anfang ein bisschen mehr Linie oder Orientierung gehabt hätte nur hat man damals eben vor zehn Jahren zu wenig Erfahrung gehabt.
00:17:12: Also da war das noch jünger, das Thema und es entwickelt sich ja Jahr für Jahr und ein Winzer selbst hat immer die riesen Chance wenn er will kann er jedes Jahr was lernen und dass jede Ernte anders und er kann sie genauso eben als Mensch oder Persönlichkeit jedes Jahr weiterentwickeln.
00:17:31: deswegen... Es hat Bemühungen gegeben vor zehn Jahre wie das damals in die Bezeichnungsverordnung gekommen ist dass das geregelt wird und seit, also in den letzten zehn Jahren hat sich schon einiges entwickelt.
00:17:43: Und jetzt ist glaube ich auch die Gegebenheit, dass das Verständnis gegenseitig größer ist weil sie beide Seiten entwickeln.
00:17:56: Also, und ich will ja gar nicht beide Seiten sondern weil sie die Branche an sich entwickelt und vor dem her ist es... Jetzt glaube ich tatsächlich ein Personell mit allen Beteiligten ist es ein super Moment, das rechtlich umzusetzen.
00:18:14: Und die Erfahrungen, ich glaube mal... und ein Gesetz kann man ja dann wieder mit einer Verordnung weiterentwickeln und so, aber das Ziel ist heute, dass man jetzt tatsächlich was festhält, das länger Bestand hat.
00:18:27: Da wird es auch so sein, dass Low Intervention Wein eben in der Herstellungsmethode geregelt wird.
00:18:35: Lieber Michael, da Martin hat ein bisschen ein Plädoyer jetzt auch gebracht.
00:18:40: Es ist kein Gegeneinander im Weinbau sondern es gibt einfach sehr viele unterschiedliche Zugänge und Varianten und das ist ja quasi der Reichtum, der interessant ist dass wir aus dem Vollen schöpfen können auch als Weintrinkerinnen und Konsumenten.
00:18:54: Und siehst du das genauso?
00:18:57: dass es kein Entweder-Oder ist, sondern das ihr euch alle gut ergänzt und ketzerische Frage dazu.
00:19:05: Es mag sein, dass ihr als Winzer keine Konkurrenz empfindet aber wir Konsumentinnen sollten uns ja auch auskennen bei dem was es am Markt gibt weil ... Wir brauchen eine Ordnung oder Orientierung Und mein Gefühl ist man hat ein bisschen die Orientierung verloren und das Verständnis Weil's eben so vielfältig geworden ist.
00:19:24: Low Intervention Naturwein, Orangeweine, Bio nachhaltig zertifiziert, Biodynamisch.
00:19:32: Die Riedenbezeichnungen haben wir noch gar nicht darüber gesprochen.
00:19:34: also es gibt dann viele Dinge die ich vermutlich wissen muss um überhaupt zu verstehen welchen Wein ich im Glas habe.
00:19:41: wie siehst du das?
00:19:42: Aus der Perspektive?
00:19:43: seht ihr die Perspektiven der Konsumentinnen auch?
00:19:47: Die Perspektives der Konsumente ist für uns entscheidend vielleicht jetzt weniger im Bereich der Gesetzgebung sondern sondern vielmehr im Bereich des Verkaufs und Marketing.
00:20:02: Aber ich glaube, man müsste jetzt in Bezug auf das Weingesetz vielleicht etwas früher beginnen.
00:20:09: Ich habe im Zuge der Publikation der Geschichte des Weines in Österreich sehr intensiv mit dem österreichischen Weingestets auseinandergesetzt und habe sozusagen alle Weingeseze von der Monarchie durch die gesamte Republik gekommen.
00:20:27: gelesen, habe die studiert.
00:20:28: Ich habe eben dann auch einen Artikel geschrieben über die Entwicklung der Herkunftsstrukturen in Österreich.
00:20:37: und wenn man sich also die Gesetzgebung hinsichtlich des Weines mal so genauer anschaut, muss man sagen dass das Weingesetz ist ja zuerst einmal überhaupt ein Art Spezialbereich der landwirtschaftlichen Produktion.
00:20:52: Das ist ja mal so zu sagen.
00:20:53: Und es ist jetzt ein Gesetzesbereich, der grundsätzlich einmal für sehr wenige Menschen in Österreich wirklich relevant ist.
00:21:03: und aus diesem Grund hat sich das österreichische Weihengesetz von einem Weihengesetz des nur ganz wenigen Paragrafen umfasst hat über die Jahrzehnte immer etwas weiterentwickelt aus Anlassfällen heraus.
00:21:21: Weil halt irgendetwas passiert ist, weil halt irgendein Weinbauer irgendwie etwas getan hat wo man gesagt hat so kann es auch nicht sein und wir müssen das jetzt eben regeln sozusagen dass diese Fälle in Zukunft nicht vorkommen.
00:21:34: und über die letzten hundert Jahre ist also dieses Weingesetz auf einer nationalen Basis mit dem Fundament aus der Monarchie kommen sehr national sich dann quasi weiterentwickelt.
00:21:52: Und jetzt kommt die europäische Gesetzgebung hinzu, die hier implementiert werden muss und wo also das österreichische Weihengesetz, wo man sieht sozusagen dass diese Bereiche oder viele Bereiche hier nicht mehr wirklich kompatibel sind.
00:22:11: Und wir haben also in Österreich das ganz große Glück, dass wir im Landwirtschaftsministerium den Rodi Schmid sitzen haben.
00:22:22: Der diese Abteilung schon seit Jahrzehnten begleitet, der mittlerweile ein unglaubliches Fachwissen hat und eine unglaubliche Erfahrung hat und sich jetzt zur Aufgabe gemacht hat, ein neues Weingesetz auf die Welt zu bringen dass letztendlich all diese Dinge, die wir da aus der Vergangenheit mitgezogen haben und hier mit uns hergeschleift haben jetzt eben wieder mal auf neue Füße stellt.
00:22:55: Das implementiert und wo man in diesem Zuge dann wirklich ein modernes Weihengesetz schaffen kann die es jetzt zuerst einmal im Grunde genommen für die Produktion ausgelegt ist.
00:23:08: Das heißt also, ein Weinbesetz ist ja weniger jetzt für den Konsumenten bestimmt sondern ist er wesentlich mehr sozusagen für die Produktion und für die Prozenten irgendwie gedacht weil es um die Frage geht wie und auf welche Art und Weise wir kollektiv auch eine Idee haben wie Wein produziert werden soll.
00:23:29: Das ist eigentlich dann die Idee und das ist jetzt eben auch dieser Prozess, in dem wir jetzt gerade mitten drinnen sind.
00:23:36: Es gibt Experten unten wo eben alle Bereiche der Industrie und also quasi der Branche eben vereint sind, die jetzt diskutieren auf welcher Basis eben das neue Weihengesetz geschaffen wird, wo alle Themenbereiche dann durchgegangen werden, wo jeder dann sagen kann was er sich denkt Und wo man halt versucht, einen möglichst breiten Konsens zu finden darüber was jetzt in Österreich eben erlaubt sein soll und was eben nicht erlaubт sein soll.
00:24:03: Und da kommt jetzt eben jetzt genau dieses Thema das auch der Martin angesprochen hat im Spiel in den letzten zehn, zwanzig Jahren – Sie können mich ja erinnern ich war auf der ersten RAW-Jahre in London.
00:24:17: Eine große Wehnmesser?
00:24:20: beschäftige mich sozusagen auch jetzt mit diesem Segment, also schon seit über zwei Jahrzehnten.
00:24:25: Und diese Bereich hat sich mittlerweile bei uns in der Branche wirklich etabliert und es ist glaube ich ganz gut dass das hier auch eine gemeinsame Basis eben für diese Art und Weise der Weinproduktion gefunden wird, dass es definiert wird.
00:24:45: Und das ist jetzt hier auch also Grenzwerte eben geschaffen werden.
00:24:49: Man kann natürlich immer sich die Frage stellen ja warum wurde das nicht früher gemacht?
00:24:54: Aber ich glaube das ist auch vernünftig erst jetzt zu machen weil ich glaube und ich entsinne mich auch vieler Gespräche jetzt hier innerhalb der Branche mit Kollegen wo man dann so sieht, dass es sehr viele Vorstellungen darüber gibt, was gut und richtig ist.
00:25:15: Und es einfach eine gewisse
00:25:16: Zeit braucht
00:25:17: bis es auch einen kollektiven Konsens darüber gibt wie wir das sozusagen in Worte, in Sätze oder in Grenzwerte formen können.
00:25:30: Deswegen ist es also wichtig, dass dieser Prozess jetzt startfindet wo der Konsument des hineinkommt.
00:25:37: Da geht es im Wesentlichen um den Konsumentenschutz, das ist auch ein ganz wichtiger Teil der Gesetzgebung und das Weihengesetz umfasst nicht nur die Produktion per See sondern es geht auch um dem Konsumenten-Schutz.
00:25:53: Das ist eigentlich der zweite Bereich, dass für den Konsumen wirklich wichtig ist wo es um die Frage von Täuschung geht, wie kann man verhindern dass Konsumenten auf Etiketten nicht Botschaften haben?
00:26:13: Worum das sie sich etwas anderes vorstellen als es dann eigentlich wirklich ist.
00:26:17: Also nur zum Beispiel gemischt Ersatz.
00:26:22: Also die Frage ist, was ist eigentlich gemischter Satz?
00:26:24: Und da sehe ich zum Beispiel schon einen wirklichen Handlungsbedarf diesen Begriff des gemischten Satzes zu regeln.
00:26:32: Weil es beim Konsumenten einfach gewisse Vorstellungen gibt.
00:26:36: und wenn jetzt der Gesetzgeber den Fehler begibt, dass aus produktionstechnischer Sicht große Freiräume geschaffen werden, die aber nicht der konsumentenvorstellung entsprechen dann ist das immer die Basis für Skandale Und das ist eigentlich das, was man vermeiden muss.
00:26:55: Deswegen ist es so wichtig, dass wir solche Themen dann auch thematisieren und auch bestmöglich im Sinne des Konsumenten gut regeln.
00:27:06: Das geht ein bisschen in die Richtung, was ich vorher meinte.
00:27:08: Man tut sich als Erzeuger von... in eurem Fall Genussmittel, aber auch Lebensmittel.
00:27:14: Was Gutes wenn man selbst versucht der Orientierung und der Ordnung zu schaffen?
00:27:19: Weil nur dann habe ich es in der Hand wie ich vertreibe und vermagte und dass meine Konsumenten auch wissen was das Bruder welche auswahl ich habe letzten Endes weil was passiert sonst du hast das gerade angesprochen mit dem Thema gemischt oder mit dem Beispiel gemischter Satz.
00:27:33: Sonst überlasse ich die Interpretation ja den Konsumentenden Wirklichkeit wenn's ich nicht definiere oder Ich bin mir nicht sicher, ob das immer im Sinne des Erfinders ist.
00:27:43: Wenn man es zu offen lässt und deswegen glaube ich, das ist auch der Bezugspunkt wo ich sage Das Weingesetz ist natürlich für euch relevant weil ihr wendet es an in der Produktion und in der Erzeugung Aber mittelbar betriffts mich als Konsumentin auch Weil ich gehe davon aus dass ich In der Folge ich sehe es halt dann bei euch Bei euren weinen Was mitkriege davon was sich ändert.
00:28:05: Jetzt hast du schon angesprochen, dass jemand Konsumentenschutz Wo werde ich es noch merken als Weintrinkerin, wenn das neue Gesetz einmal kommt?
00:28:14: Also in welchen Bereichen, wenn's geht um was ja nicht.
00:28:17: Naturwein, Bearbeitungsmöglichkeiten, Begrifflichkeiten – wo kann ich dann auch Sehenschmecken spüren lesen?
00:28:28: Was sagt sie?
00:28:28: Gibt's da schon erste Ideen dazu?
00:28:30: Seit ihr involviert in die Entstehung des neuen Weingesetzes?
00:28:34: Also ich bin Teil dieser Expertengruppe, die da im Ministerium eben über all diese Themen diskutiert und grundsätzlich ist es jetzt einmal so dass dieses Weihengesetz für den Konsumenten keine Revolution bedeutet.
00:28:56: Es gibt also viele Bereiche, die eher für die Produzenten entscheidend sind die für die Produktion entscheidend sind.
00:29:04: Es gibt gewisse Bereiche, die einfach entrümpelt werden Begriffe, die im alten Weihengesetz halt drinnen waren, die in Wahrheit sozusagen keine Menschen mehr interessieren.
00:29:16: Aber ich glaube es wird schon Komponenten geben, die auch langfristig eine Auswirkung haben zum Beispiel diese Auswirkungen, die also den Martin betreffen.
00:29:27: Dadurch dass jetzt eben eigenständige Kategorie der Low Intervention Wines geschaffen wird, führt es dazu dass es auch möglich ist das diese Kategorie in Herkunftsprodukt Spezifikationen integriert wird.
00:29:46: Das klingt jetzt etwas technisch aber muss ich folgendes vorstellen dass alles was mit Herkünft ja zu tun hat bedeutet ja, dass es im Prinzip um kollektives Eigentum von Produzenten geht.
00:30:05: Das heißt also wenn wir uns jetzt den Heiligenstein als Weingarten vorstellen dann gibt's also dort vierzig oder fünfzig Eigentümer Winzer die dort ihre Weingärten bewirtschaften und jeder von denen wenn er einen Wein aus diesen Weingärtnen produziert hat eben das Recht eben diesen Namen Heiligenstein zu verwenden.
00:30:29: Es gibt nicht nur einen Recht darauf, sondern es gibt auch eine gewisse Verpflichtung, die damit verbunden ist.
00:30:35: Man kann als Winzer mit dem Namen natürlich nicht einfach alles machen, was man will.
00:30:40: sondern das ist eben das Wesen einer Demokratie und des Wesen von geteilten Eigentum, dass es einen demokratischen Konsens darüber geben muss wie unter welchen Bedingungen ein Winzer Heiligenstein dann auf seine Tickets draufschreiben kann.
00:30:57: Und diese Spielregeln die unter den Produzenten gelten sind die sogenannten DRC Gesetze, Verordnungen wie man das auch immer nennt.
00:31:08: In der EU nennt man das eigentlich Produktspezifikationen.
00:31:11: Wenn so eine Produktspeziifikation steht dann genau drinnen wenn jemand Heiligenstein aufs Etikett drauf schreibt dann muss dieser Wein so und so sein.
00:31:19: also da muss entweder aus dieser Ripsorte gemacht sein, der muss so und zu viel, er muss so ausgebaut sein und also da gibt es alles mögliche was man da regeln kann für die Produktion ist für den Konsument vielleicht nicht so wichtig aber Grundsätzlich gibt es eben sozusagen eine kollektive Form der Übereinkunft.
00:31:40: Welche Spielregeln hier regelt?
00:31:42: Und das ist jetzt eben genau, in diesen Produktbesfigurationen steht dann eben drinnen und so sagen welche Form von Wein kann jetzt quasi heiligen Stein sein.
00:31:52: Das kann jetzt still Wein sein.
00:31:55: Theoretisch könnte das zum Beispiel auch Schaumwein sein.
00:31:58: Und dadurch, dass es jetzt diese Kategorie der Low Intervention Wines gibt ist es auch möglich das eine Gemeinschaft entscheidet.
00:32:07: Dass eben auch die Kategorie der Low-Intervention Wine sozusagen über den Heiligenstein verwendet werden kann.
00:32:12: Okay
00:32:13: wow!
00:32:13: Das ist ein großer Schritt oder?
00:32:14: Warten wie siehst du das?
00:32:16: Also das ist tatsächlich eigentlich der Schritt oder die Veränderung was den Konsumenten dann doch auch auffallen kann oder wird Und dafür ist es eben notwendig gewesen oder vor dem neuen Weingesetz, das jetzt geschrieben wurde.
00:32:37: Oder wird hat die Gelegenheit gar nicht gegeben.
00:32:41: und von dem her ist für den Konsumenten dann schon ersichtlich weil wenn vom Heilungsstand zum Beispiel oder wenn man ein Strasserbeispiel nimmt in Geißberg dass wenn's von dort einen stillen Riesling gibt, einen prickelnden Schaumwein oder ein Low Intervention Wein.
00:33:02: Der Konsument hat doch immer noch die Angabe einerseits der Herkunft aber auch dass das eine Low Intervension ist und der andere ist ein Staum wein.
00:33:10: und das dritte ist eben Qualitäts- oder DRC eigentlich ist dafür die Kategorie.
00:33:18: Deswegen könnte durchaus für den Konsument eine wertvolle Orientierung sein Und das ist auch vom neuen Weinrecht eigentlich für die Winzer schon eine Aufatmung oder Erleichterung, dass es theoretisch diese Möglichkeit gibt.
00:33:34: Ob das dann tatsächlich und wie schnell oder wann das in einer Region umgesetzt wird hängt eben wieder mich exakt von demokratischen Entscheidungen ab.
00:33:44: Also da wird aber die rechtliche Möglichkeit geschaffen Und das hat es vorher eben nicht gegeben.
00:33:52: Das kann auch ein Ortsfeind geben, wenn man das aufnimmt und man kann quasi in den Regionen separat – da sind dann sogenannte Erzeugervereinigungen – die abstimmen können und wo das alles noch entstehen.
00:34:13: Aber da wird dann abgestimmt, wo Naturwein oder Low Intervention Wein dabei sein darf?
00:34:19: eben bei einem Riebenwein und die Erzeugervereinigungen können dann die Regeln theoretisch auch noch streng erziehen.
00:34:27: Das heißt wenn Grenzwerte definiert werden, das Fundament quasi vom Weinrecht ist die Gegebenheit für Low Intervention, Wein ist da aber dann kann immer noch die Region selbst sagen ja aber bei meinen Rislinge vom Heiligenstein sollte die Trübung nicht sichtbar sein, zum Beispiel.
00:34:50: Also wie das dann im Detail geregelt wird ist alles noch in der Arbeiterung.
00:34:53: Aber genau es kann bei ein Low Intervention Wein wird sein dass er Trübung nicht als Weinfehler gesehen wird sondern zulässig ist.
00:35:02: Das ist jetzt auch schon zulässiger als Landwein quasi aber in einer anderen rechtlichen Rahmenbedingungen.
00:35:11: Aber die Region kann doch entscheiden eigentlich für einen klaren, kristallinen, kühlen Ausdruck von Riesling-Geißberg oder vor allem Geißberg.
00:35:20: Oder ein Heilingstein ist es aus fachlicher Sicht und das können alle Produzenten dann gemeinsam entscheiden.
00:35:28: Das wird dann abgestimmt oder eine demokratische Entscheidung.
00:35:33: Für den Geißbergen und Heilingsteins ist es aber zielführender wenn die Trüfung nicht sichtbar ist.
00:35:40: Ein Kriterium below intervention wird schon sein, dass der Wein unfilteriert sein muss.
00:35:46: Aber unfiltern bedeutet jetzt nicht extrem trüb.
00:35:51: Die Idee von unfiltrieren ist ja eigentlich das man Leben im Wein lässt also quasi die Hefen oder Bakterien, dass sie eigentlich dem Wein weiterhin schützen vor Oxidationen und dass sie eigentlich eine gewisse Lebendigkeit von der Natur her mit dabei haben.
00:36:13: Theoretisch, bei einem klassischen Wein wird eben filtriert damit er stabil ist was eben auch Sinn macht.
00:36:21: also das ist und auch gar nicht besser oder schlechter stellen ob einer filtriert oder unfilteriert ist sondern das kann dann der Konsument für sich entscheiden ober lieber unfilteriert oder filtriert und das ist nur ein kleines Detail.
00:36:35: Also, wie im Weingarten wenn man sie über Skupfer beschäftigt, ist es auch ein Teil.
00:36:42: Es ist natürlich schon ein heißes Thema Skupfe aber wiederum auch nur ein Thema.
00:36:48: und so eine Weine an sich hängt jetzt nicht vor einer Kleinigkeit ab oder vor einem Detail sondern das ist die Summe von vielen und jeder Winzer hat die Chance oder die Möglichkeit viele Details zu hinterfragen.
00:37:02: und dann entscheidet sie, für mich ist es besser den Wein filtriert.
00:37:05: Zu filtrieren weil er dadurch klarer und präziser ist.
00:37:08: der andere sagt na unfilteriert ist für mich besser weil dann bleibt er lebendiger.
00:37:13: und ja und das ist eben die tatsächlich das schöne was dann des weines gesetz ermöglicht.
00:37:23: Ja
00:37:23: und das scheint mal ein bisschen dem zu entsprechen was ihr beide zu Beginn gesagt habt dass es ja eigentlich nicht geben sollte, ein Konkureins oder ein Entwederoder zwischen den Erzeugerinnen und Erzeugern betrieben.
00:37:36: Sondern man sagt jeder hat zu seinen ihren Zugang zu wie man Wein macht und anbieten möchte.
00:37:42: Und das was ihr jetzt gerade beschrieben habt, was im Weingesetz kommen wird scheint man dem ein bisschen gerecht zu werden und etwas zu schaffen wenn ich's richtig verstehe, dass dann auf einmal auch weine Qualitätsweine sein dürfen die es bisher nichts sind.
00:37:57: Wenn ich es richtig verstehe, erklärts mich auf.
00:38:00: Und in meiner Realität oder Wahrnehmung war das bis jetzt schon ein Ungleichgewicht, dass du sagst, du hast einen Haufen Tollerweine, die in Österreich erzeugt werden aber den bestimmten Kriterien nicht entsprechen wie sie im Weingesetz bisher noch definiert sind damit bin ich nicht Qualitätswein sondern was ja nicht Landwein oder sonstwas und habe automatisch ans mein zweiter Klasse täuscht mich das?
00:38:23: Oder wie siehst du das Michi?
00:38:29: Es gibt natürlich auch im Weihgesetz gewisse Hierarchien, weil also die Unterscheidung zwischen was ist jetzt Qualitätswein und was nicht.
00:38:40: Ist ein Konsens der ja in den neunzehnachtiger Jahren definiert wurde.
00:38:47: Und dieser Konsens zieht sich bis in die heutige Zeit zurück.
00:38:56: Es ist immer so, wenn neue Entwicklungen stattfinden in der Weinwelt und diese Entwicklungen hat es immer gegeben.
00:39:02: Wenn man sich die Geschichte der Weinbereitung anschaut dann sieht man sehr deutlich dass solche Entwicklungen die jetzt in den letzten zwanzig Jahren stattgefunden haben immer dazu geführt haben, dass neue Weinstile in der Weinwelt entstanden sind und das ist ja vielleicht auch die Großartigkeit letztendlich des Weinbereichs.
00:39:22: Diese große Vielfalt an Weinstilen, die wir über die gesamte Welt haben, man denke nur hier jetzt zum Beispiel auch an so Spezialitäten wie Charest also Schereweine, Madeira-Sportweine.
00:39:38: Also ich glaube, dass das ganz wichtig und ein essenzieller Teil der Weinwelt ist.
00:39:45: Dass so neuartige Entwicklungen zugelassen werden einerseits aber wie vorher auch erwähnt habe es braucht dann immer eine gewisse Zeit bis sie sich dann kontextualisieren bis es einen allgemeinen Konsens darüber gibt auch in Zukunft gehandhabt werden sollen, welche Grenzbereiche dann gezogen werden und wie es dann quasi in diese Vorstellung von Qualität dann auch dann in eine Gesellschaft oder auch in ein Weihengesetz integriert werden kann.
00:40:16: Und das sind wichtige Prozesse die halt auch in der Vergangenheit immer stattgefunden haben.
00:40:24: Das hat's mit dem Süßbein früher zum Beispiel gegeben oder auch mit den Prädikatsbeinen gegeben.
00:40:30: Da waren ja lauter so Entwicklungen, die zuerst wenige einzelne Vordenker irgendwie gelebt haben und die dann dazu geführt haben dass eine eigenständige Kategorie daraus dann entstanden ist.
00:40:43: Und das wird jetzt eben gefasst hier im neuen Weihgesetz und es sind halt wichtige Entwicklungen in diesem Zuge weil es ist ja auch Qualitätswein Weil das ist ja auch genau das sozusagen, was für den Konsumenten entscheidend ist.
00:41:05: Die Signale die hier gegeben werden und das ist jetzt zum Beispiel die Panderole ist ja sozusagen quasi eben so ein Signal dass es sich bei diesem Wein in dieser Flasche erstens einmal um eine besondere Qualität handelt.
00:41:22: Das ist geschützte Ursprung Österreichis.
00:41:25: Also auch das ist ja nicht zu vernachlässigen, also wir kennen es zum Beispiel aus dem Sektbereich.
00:41:30: Wo sehr viel nicht österreichischer Wein drinnen ist?
00:41:32: Richtig genau!
00:41:33: Wer jetzt im Supermarkt schon mal Sekt gekauft hat... Da gibt's da so sehr viele Produkte.
00:41:39: die sind sozusagen quasi Sekt in Österreich produziert.
00:41:43: Das heißt dann kommen die Trauben aus Spanien und aus Frankreich Italien wo auch immer her Und dann wird sozusagen quasi nur mehr die Versektung in Österreich gemacht und dadurch wird es auch zu einem Sekt in Österreich produziert werden.
00:41:55: Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass wir dem begegnen, weil Schanwein mittlerweile ganz wichtig geworden ist in Österreich.
00:42:05: Wie soll der Konsument schon unterscheiden zwischen einem echten österreichischen Sekt und einem Sector halt in Österreich produziert?
00:42:12: Wird sich das ändern?
00:42:14: Das wurde schon geändert und wir arbeiten hier nach wie vor weiter um das noch deutlicher zu machen.
00:42:22: Es gibt ja auch beim Sekt mittlerweile die Bandarole, die garantiert dass dieses Produkt wirklich aus Österreich kommt wo auch da auch die Trauben aus Österreich kommen usw.
00:42:32: mit unterschiedlichen Qualitätskategorien.
00:42:35: Und all diese Dinge sind Dinge die uns nicht nur das neue Weingesetz neu bringen werden, sondern die auch dann weiterentwickelt werden?
00:42:46: Jetzt habt ihr vorhin schon angesprochen.
00:42:48: Auch ein Thema wo ich nicht sicher bin ob das Konsument denen so nachvollziehbar ist bisher – die geografischen Bezeichnungen.
00:42:57: wir haben die kleinste Einheit der Lagenweine, die Redenweine und dann die Ortsweine oder die Gebietsweine.
00:43:03: mehr oder weniger also immer größerer Radius wird sich dazu was ändern bleibt.
00:43:07: das weil es scheint man ja bissel so Einer der zentralen Punkte in Österreich im Weinbau um dem Vertrieb zu sein oder die Positionierung und das sehr starke Beton dessen, wo der Wein steht und gemacht wird.
00:43:21: Also Herkunft im Wein ist ein ganz ganz wichtiges Thema also es natürlich auch ein Thema dies für den Konsumenten natürlich entscheidend ist, wobei man schon auch dazu sagen muss dass er so Je mehr es in diesem Herkunftsbereich geht, desto spezialisierter wird das auch für den Konsumenten.
00:43:41: Es ist viele Konsumentinnen die jetzt Wein genießen aber sich dafür nicht interessieren.
00:43:47: Die sind vielleicht etwas besser bedient mit einem Rebsortenkonzept weil es für den Konsumenten sehr einfach und einleuchtend ist.
00:43:57: Wenn er mit fünf Begriffen sich orientieren kann in der Weinwelt, dann ist das halt sehr einfach – und sehr praktisch!
00:44:05: Alle Menschen die sich halt ein bisschen mehr für Wein interessieren, die interessieren sich dann auch wo kommt der Wein dann wirklich her?
00:44:12: Und deswegen sind also in den vergangenen Jahrhunderten Systeme entstanden diese Herkunftsfrage nicht nur thematisiert haben, sondern auch in einem gewissen Maße reglementiert haben.
00:44:28: Und hier bringt auch das Neuweingesetz schon große Vereinfachungen weil wir darauf uns hin entwickeln dass es wirklich ein einheitliches Herkumpfskonzept für ganz Österreich gibt.
00:44:41: Das war bisher nicht so.
00:44:43: Also es hat also unterschiedlichste DRC-Systeme gegeben, sehr verwirrend für alle Beteiligten nämlich sogar für Experten verwirren.
00:44:53: Unmöglich für die österreichische Weimarketing das auch zu kommunizieren.
00:44:57: und das wird schon mit dem neuen Weingesetz viel einfacher weil Herkunft insofern geregelt wird dass es diese drei Kategorien an Herkünft gibt sozusagen eine Art Gebietsebene dann eine kleinere Herkunfts-Ebene sowie einen Ortsbereich und dann eben noch die kleinste Herkünfzebene der Rieden, der Lagen.
00:45:23: Und diese Struktur wird sich jetzt durch ganz Österreich durchziehen.
00:45:27: Ich glaube das ist eine enorme Erleichterung auch für den Konsumenten weil es dadurch wirklich sehr viel übersichtlicher wird und sehr viel einfacher wird.
00:45:36: Martin, vielleicht auch noch eine Frage auf meiner Suche nach wie ich als Konsument das Weingesetz spüren werde oder wo ich spüre kann.
00:45:44: Jetzt wird ja das Thema Bodengesundheit und so ein bisschen gesamtheitlicherer Ansatz in der Bearbeitung von landwirtschaftlichen Böden – das ist beim Weinbahnnetz sehr viel anders als in anderen Bereichen immer wichtiger!
00:45:56: Und es findet auch etwas Einzug.
00:45:59: Kommunikation an die Konsumenten finde ich.
00:46:01: Also im Lebensmittelbereich große Haddelskonzerne machen, TV-Spots zum Thema Bodengesundheit das wäre vorbei und denkbar gewesen weil es niemanden interessiert hat du arbeitest oder ihr arbeitet biologisch und teilweise biodynamisch.
00:46:15: siehst du da irgendwas was sich in Bezug auf das Wein gesetzt dann ändern wird?
00:46:20: Wird man das noch stärker darstellen oder wird das insgesamt wichtiger?
00:46:24: also jetzt nicht nur das Reglement Wie wird Wein erzeugt nach welchen Kriterien, welche Qualitätsstufen müssen erfüllt werden?
00:46:33: Sondern wird man mehr Geschichte rundherum erzählen damit man bei den Konsumenten auch noch mehr Verständnis kriegt für wie aufwendig ihr eigentlich Wein erzorgt oder welcher Aufwand dahinter steht.
00:46:44: Ja von der Bodengesundheit oder biologisch oder biodynamisch Es ist nicht unbedingt Teil vom Weingesetz oder von Weinrecht.
00:46:54: Also dafür gibt es Kontrollstellen, die das kontrollieren und eben die Zertifizierungen erstellen.
00:47:06: Die Entwicklung quasi hin zu mehr Bodengesundheit und wieder mehr Aufmerksamkeit im Weingarten ist auch eine Entwicklung der letzten, also es hat ein paar Pioniere gegeben vor vierzig Jahren oder länger.
00:47:21: anders wahrgenommen wurden und zu quasi richtig Fahrt hat das auch die letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren aufgenommen.
00:47:29: Und wie eben biologische Bewirtschaftung bedeutender worden ist und teilweise biodynamisch.
00:47:36: Also der Riesenvorteil aus meiner Sicht ist jetzt allein auf die Produktion bezogen dass wenn man in so eine Zertifizierung eintritt oder wenn man sich damit beschäftigt schafft es schon wieder mehr Sensibilisierung den eigenen Boden und dem Weingarten gegenüber.
00:47:52: Also man ist definitiv mehr im Weingartentrassen, und ist wieder mehr mit dem Pflanzen oder mit dem Boden verbunden.
00:48:00: Und letztendlich sind wir auch Bauern quasi, wenn wir in einer schönen Abteilung der Landwirtschaft arbeiten, die uns ermöglicht ganz einander... Weitblick oder wenn man die Wein in den ganzen Welt verschickt, also das ist schon irgendwie eine Besonderheit.
00:48:18: Aber letztendlich das größte Kapital ist der Boden und da ist es... Das ist keine Revolution, dass Bodengesundheitswichtig ist sondern auch irgendwie ein Selbstverständnis.
00:48:31: Und durch die Entwicklung, dass eben biologische Landwirtschaft mehr worden ist, ist eben die Sensibilisierung gestiegen wieder.
00:48:40: Aber das ist jetzt aus meiner Sicht nicht unmittelbar mit Weinrecht verbunden, sondern mit den Kontrollstellen und dafür sind die Zertifizierungen dann am Etikett schon jetzt deutlicher sich.
00:48:52: Also da sind es Biologo oder Biodün, Optometa oder Respekt – ja, das ist gleich vom Weinrecht losgelöst.
00:49:02: Aber dass die Betreutung immer größer wird, ist auch... Gewiss, weil die klimatischen Veränderungen sind ja für Jahr zu spüren.
00:49:15: Also wobei wir entspannen mal nicht ganz aber doch eher beruhigt, weil man doch noch sehen dass in der Bewirtschaftung selbst eigentlich schon noch viel verbessern können.
00:49:27: das vor dreißig Jahren ganz anders war.
00:49:30: also offener Boden zum Beispiel oder das war mit meinem Großvater immer Diskussion warum wir den Boden begründen und jede Zeit die Zeile sollte offen sein bei Mineralisierung.
00:49:43: Und er hat auf seine Art und Weise recht gehabt, also es hat Argumente gegeben dass das der Rebe gut tut aber langfristig gesehen tut seit dem Boden nicht gut und das war immer... Also auch wie er noch in den fünferneinzig Jahren war das immer Gespräch.
00:50:00: und die Reben die halten ja das nicht aus Aber letztendlich, ein Erzieherboden so durch einen, wenn er in der Vegetationszeit begründ ist viel besser und hat eben das Potenzial auch mehr Wasser zu halten.
00:50:13: Dass die starken Regenfälle in kurzer Zeit ... Der Boden kann das schon aufnehmen, wenn es fähig ist dazu.
00:50:20: Das kann man trainieren oder darauf hinführen.
00:50:23: Deswegen... Also der Konsument, glaube ich, kann beruhigt sein dass in der Branche Bodengesundheit schon, was die Leute, die auf Qualität oder Winzer Wert legen.
00:50:37: Die sehen das Kapital vom Boden und das ist nicht etwas, was man verbrennen kann oder sollte.
00:50:43: Und eine kleine Hilfestellung ist quasi die Zertifizierung, dass man da – es kann man gewiss sein, das entspricht den Rahmenbedingungen – aber die Zeratifizierungen allein sind jetzt auch nicht alles.
00:50:55: Also da ist eben doch der Mensch wie ein ... wie überall eigentlich zentral und der hat auch in einer Zertifizierung den Spielraum, da eine kann noch mehr machen quasi noch besser wobei er dann auch nicht als besser dargestellt werden kann oder soll.
00:51:11: Und der andere erfüllt das Minimum für die Zertifikierung.
00:51:14: und da ist eben schon die Persönlichkeit und im Idealfall kann man sich gegenseitig quasi inspirieren dass wenn einer voraus geht und wenn die Leute sehen oh das funktioniert doch Der wird am Anfang meist belächelt.
00:51:30: Das war bei uns auch mit Natur drüben Wein, das ist unvorstellbar.
00:51:34: Eskeptische
00:51:35: Augen bei den Nachbarn?
00:51:36: Ja oder viele eskeptischen Augen und das kann ja nicht funktionieren, aber mein Vater hat früher als Wein-Sinsel gearbeitet.
00:51:46: Deswegen hatte er eigentlich viel Kontakt mit ursprünglich produzierten Wein gehabt eben mit kleinen Bauern.
00:51:53: Und wie das erste Mal, wenn wir mit Lina Handcrafted gekostet haben Natur drüber und dann ja der wird noch filtriert oder?
00:51:59: Sagt na na.
00:52:00: Das wird umfiltriert gefühlt.
00:52:04: Ich hätte mir das nie vorstellen können aber eigentlich schmeckt es gut!
00:52:10: Für uns ist das letztendlich immer eine Geschmackssache quasi und da gibt's keine Richtigung, kein Falsch... ...und die Parallelia mit dem Apfelsaft, den man dann oft ziehen so quasi vor dreißig Jahren krug sagt hat es nur planken Apfelsurf gegeben und das war der standardisierte Geschmack.
00:52:27: oder die Konsumenten haben die Erwartungen gehabt, dass Apfersurf wie Obigspritz schmeckt.
00:52:33: Bis man draufkommt oder man könnte das produzieren Natur trüb und dann plötzlich schmeckt es vielmehr nach der frischen Frucht vom Apfel.
00:52:42: bedeutet man hat eine Erweiterung oder ein Gänzung in dem Sortiment ohne dass es Obigspritz jetzt ausgestorben ist.
00:52:49: aber eben die Entwicklung ist quasi immer das Schöne, dass man... und es ist ja das was uns eigentlich weiter motiviert eine gewisse Neugierde zu haben.
00:53:02: Und wenn mir jemand gesagt hätte vor fünfzehn Jahren circa oder länger, also ich habe meinen ersten Jahrgang im Jahr zwei Tausend Zwei gemacht, also wenn mir irgendwer gesagt hat rund um zwei tausend Fünf, dass ich jemals Fein produziere wie jetzt du, hätte ich gesagt unvorstellbar, dann nie in Leben!
00:53:21: Wir wissen auch nicht genau, wie es wir in zehn oder fünf Jahren machen.
00:53:26: Aber im Moment fühlen wir uns schon sehr wohl in der Art und Weise, dass man so den Geschmack der Weingärten transportieren können.
00:53:35: Das war fast ein schönes Resümee.
00:53:38: aber trotzdem noch zum Schluss an euch beide die Bitte ganz kurz... Was ist deine Martin?
00:53:43: Ich fang mit dir an!
00:53:44: Deine größte Erwartung an das neue Weingesetz wenn du mich als Weintrinkerin betrachtet.
00:53:52: Was wird der größte Sprung, was ist dir am wichtigsten?
00:53:55: Wie wird das die unsere Weinwelt verändern wenn es nächstes Jahr oder wann er immer kommt?
00:54:01: Für mich persönlich bin ich eigentlich nur in einer kleinen Gruppe Piraten dabei und von dieser Seite aus gesehen ist doch der Riesenschritt des Low Intervention Wine als eigene Herstellungsmethode definiert und geregelt wird.
00:54:20: Und das wird dann in Zukunft schon die große Veränderung sein, dass mit dieser Methode es ermöglicht sein wird, die Herkunft von den Weinern draufzuschreiben.
00:54:33: Also da ist eben vom Regionswein bis zum Ortswein und Riedenwein ... Die Pyramide hat ja unabhängig vor einem Weinstil Bedeutung!
00:54:44: Und deswegen auch je kleiner die Herkunft desto hochwertiger eigentlich oder wertvoller, was aber jetzt nicht eins zu eins mit dem Geschmack verbunden ist.
00:54:53: Weil der ist immer wieder persönlich weil wenn der Arne gern seine Erwartungen an einen leichenfruchtigen Wein hat, ist er wahrscheinlich besser im Kampterl aufgehoben quasi als Regionswein.
00:55:05: Wenn einer Komplexität, Vielschichtigkeit und Persönlichkeit sucht findet das wahrscheinlich in den Riedenweinen.
00:55:11: da kann man zum Heiligenstein an Geißberg eher sehen.
00:55:16: Das sollte dann oder kann in Zukunft auch mit Low Intervention sein.
00:55:21: Okay, danke Michi!
00:55:22: Was denkst du?
00:55:23: Was ist deine Erwartung?
00:55:24: Was wird der größte Sprung im neuen Weingesetz für uns als Weintrinkerinnen?
00:55:30: Ich glaube für die Weintringerinnen wird es zuerst einmal weniges geben was meist unmittelbar auf den Etikett sehen wird weil es ist natürlich eine Kontinuität gewartet.
00:55:45: Man erfindet sozusagen den Wein jetzt nicht neu, sondern man adoptiert das Weingesetz.
00:55:53: Es wird moderner.
00:55:54: Was es auf jeden Fall für alle Beteiligend ist, wird übersichtlicher klarer strukturiert und dadurch auch leichter kommunizierbar.
00:56:05: Und das ist auch etwas, was für den österreichischen Wein auf einer internationalen Ebene ganz entscheidend ist.
00:56:13: Martin hat erwähnt, er exportiert in thirty-fünf Länder.
00:56:17: Schloss Gobelsburg exportiert den Sechzigländer dieser Welt.
00:56:20: Also wir sind sehr viel auch unterwegs natürlich und wenn wir jetzt in Japan, in Amerika wo auch immer sind und dort also den Sommiliers uns unseren Kunden sozusagen den österreichischen Wein erklären müssen dann ist es ganz wichtig dass wir ein Narrativ erzählen können, dass auch für jemanden nachvollziehbar ist.
00:56:44: Weil davon wird unser Erfolg abhängen.
00:56:46: Also es ist, wenn wir eine so komplexe komplizierte Geschichte erzählen, dass ein Sommelier sagt
00:56:54: Pah!
00:56:54: Das ist so kompliziert das fangen wir erst gar nicht an.
00:56:58: Dann wird aus dem Ganzen nichts werden.
00:57:00: aber wenn wir Strukturen kommunizieren können die für jeden internationalen Sommelier verständlich sind dann werden wir auch damit Erfolg haben.
00:57:08: und das ist auch eines der Dinge die ich mir also vom neuen Weihengesetzer warte dass wir einfache, gut verständliche Strukturen haben.
00:57:17: Dass es gut nachvollziehbar ist und das es eben auf die derzeitigen Gegebenheiten oder aktuellen Gegegenheiten Rücksicht nimmt und eben auch allen in der Produktion die Möglichkeit gibt hier einen Platz in der österreichischen Weinwelt zu finden.
00:57:35: Ich danke euch beiden für eure Zeit und für eure Einblicke, die ihr mir gewährt habt.
00:57:39: Dankeschön
00:57:40: Danke auch
00:57:41: sehr gerne.
Neuer Kommentar