Fair. Günstig. Mitbestimmt. Kann das bei einem Supermarkt funktionieren?

Shownotes

Man zahlt einmalig 180 Euro, ist damit Mitglied einer Genossenschaft und kann fortan relativ günstig im MILA Mitmachsupermarkt in Wien-Meidling einkaufen. Wenn man einmal im Monat drei Stunden mitarbeitet. Das Sortiment ist zu einem sehr großen Anteil Bio, die Lieferant:innen werden gut bezahlt, die Kund:innen können günstig einkaufen. Es gibt noch günstigere Sozialtarife für die Mitgliedschaft. Und 1.350 Personen beteiligen sich bereits. Es klingt ein bisschen unwirklich positiv und gerecht in einer Zeit, in der Lebensmittelpreise als unleistbar und viel zu hoch empfunden werden, und ich habe Brigitte Reisenberger, Kommunikationsverantwortliche bei MILA bei einem Rundgang durch den Supermarkt gefragt, wie das alles möglich sein kann? Und wie Basisdemokratie und Mitbestimmung in Kombination mit hauptamtlichen, angestellten Mitarbeiter:innen funktionieren kann? Und was bei all der Euphorie am anstrengendsten ist? Weitere Episoden zum Thema Lebensmittelpreise:

  • Das Gespräch mit Sarah Fürlinger von der Bundeswettbewerbsbehörde und Mario Zechner zur Frage nach einem möglichen Kartell in Österreich und der Sinnhaftigkeit von Preisvergleichs-Datenbanken
  • Mein Faktencheck mit Doris Prammer von der Österreichischen Nationalbank zur Idee, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittelpreise zu senken

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00:00:11: Ja, bei uns stehen Dinge nebeneinander im Regal, die sonst in unterschiedlichen Welten existieren.

00:00:25: Wir schlagen dreißig Prozent Rohaufschlag auf die Produkte auf.

00:00:40: Dieser Anspruch gut, das Essen für alle leistbar zugänglich zu machen.

00:00:44: Ich glaube, das ist so die größte Klammer, die die Mitglieder von uns irgendwie zusammenbringt.

00:01:00: Herzlich willkommen bei EssenZell, was auf den Teller kommt.

00:01:03: Ich bin heute zu Gast in Meidling im zwölften Bezirk.

00:01:07: Mir steht die Brigitte Reisenberger.

00:01:09: Hallo Brigitte, danke für deine Zeit.

00:01:11: Wir stehen da in Mila, einem Mitmach-Supermarkt.

00:01:16: Jetzt ist der Name eh schon sehr selbsterklärend.

00:01:18: Wir werden da noch ein bisschen näher drauf zu sprechen kommen, aber was genau muss ich tun?

00:01:23: Muss ich bei euch Regale schlichten, damit ich ja einkaufen darf?

00:01:27: Ja, im

00:01:28: Grunde ja.

00:01:29: Vielleicht, genau.

00:01:30: Die Einfache des Jahr, genau, ist ein bisschen ein Mitmachs-Supermarkt.

00:01:33: Wir haben jetzt so über... über dausend dreihundertfünfzig Mitglieder in etwa und genau, die machen mit bei uns einmal im Monat drei Stunden, zum Beispiel im Regal schlichten oder hinter der Kassa oder beim Empfang oder Preisschilder einstecken und dadurch, dass die Mitglieder mitmachen.

00:01:56: schaffen wir es halt wirklich super gute Lebensmittel.

00:02:00: Viel davon Bio, aber nicht alles zu sehr, sehr guten, günstigen, megakonkurrenzfähigen Preisen anzubieten.

00:02:07: Also diese Mitmachsschicht ist essentiell eigentlich bei uns.

00:02:12: Okay, da waren jetzt schon einen Haufen Informationen drinnen, die eigentlich, also die nächsten zwanzig Fragen dadurch schon.

00:02:17: Aber gehen wir es da rein auch durch.

00:02:19: Wie kommt man auf die Idee, sowas zu machen, so einen Mitmachsupermarkt, weil es klingt Das, was du beschreibst, klingt toll, aber es klingt in der Organisation wahnsinnig aufwendig und kompliziert.

00:02:31: Und ich meine, jetzt im Oktober, ich glaube, aufgesperrt, wie lange braucht man da Vorlaufzeit?

00:02:37: Also wie kam es?

00:02:38: Wer hat die D-Cup und warum tut man das?

00:02:40: Wir

00:02:41: haben nicht selber die D-Cup, wir haben ganz dreist kopiert.

00:02:45: Die Gruppenwahl

00:02:46: kann man immer kopieren.

00:02:47: Also es gibt die Parkslope FoodCop in New York City, in Brooklyn, die ist seit den siebziger Jahren nach diesem Modell arbeiten, also die eine Genossenschaft sind, genauso wie wir, wo die Mitglieder sozusagen nicht nur, also mit Eigentümerinnen sind, Einkäuferinnen sind und Mitarbeiterinnen sind gleichzeitig.

00:03:06: Und dieses Modell der Parkslope FoodCop.

00:03:09: Das gibt es mittlerweile in Europa verbreitet in Paris, La Louvre zum Beispiel, ein super erfolgreicher Mitmachs-Supermarkt, genauso wie wir.

00:03:17: Und wir haben das kopiert.

00:03:20: Wir haben fünf Jahre im Hintergrund daran gearbeitet, bis wir eröffnet haben.

00:03:24: Also es ist wirklich ein herausforderndes, aufregendes, auch innovatives, neues Projekt und haben lange auch guten Standort gesucht.

00:03:37: und sind jetzt ziemlich glücklich, dass wir da in Meidling gelandet sind, in der Wevenortgasse.

00:03:42: Wenn du sagst, fünf Jahre Vorbereitung, da werden ja ein Haufen Leute beteiligt gewesen sein, weil so was kann man wahrscheinlich nicht alleine auf die Beine stellen, gerade wenn man nicht einen großen Investor oder ich weiß es nicht hat, oder eine große Kette ist, wie ... Wie schafft man es diesen langen Atem?

00:03:58: Also, wie organisiert man fünf Jahre lang?

00:04:00: Ich nehme einen anderen, verdient mir auch kein Geld damit.

00:04:03: Und jetzt schaut ja alles recht einfach aus.

00:04:05: Wir stehen hier in einem Supermarkt, der ist vergleichbar mit anderen Supermärkten von großen Ketten, sag ich jetzt einmal.

00:04:10: Es gibt hier, wie meine ich das schon, Sortiment dann vielleicht noch ein bisschen anschauen.

00:04:14: Ein ziemliches Vollsortiment.

00:04:16: Also, ich kann ganz normal meinen Wocheneinkauf hier machen.

00:04:20: Das schaut dann, wenn es fertig ist, so einfach aus.

00:04:22: Was waren die größten Hürden?

00:04:25: Wie haltet man fünf Jahre lang durch und glaubt dran?

00:04:29: Uns hat einfach total motiviert, dass wir von anderen Supermarktprojekten sehen, dass es funktioniert.

00:04:35: Wir waren in Paris, wir waren in München, wir haben uns das angeschaut, wie andere Mitmachssupermärkte das machen und das war total inspirierend, dann das ist so drei Tage in Paris zu sein und bei La Louve einzutauchen, die so supermacht, so wahnsinnig motivierend.

00:04:50: Und wir werden schon immer ein größeres Team und Kern, die man leuten, wo viele jetzt immer nur mit dabei sind, die zu sein ganz konsequent diese Vision verfolgt haben und haben halt, ja, wir sind immer mehr und mehr Menschen geworden, die auch schon im Vorfeld, bevor es den großen Supermarkt geben hat, diese Idee mitverfolgen.

00:05:10: Wir haben dann einen Minimarkt eröffnet, also einen kleinen Testbetrieb, schon vor zwei, drei Jahren zuerst den Orter kriegen im kleinen Ladenlokal und dann hier ist es eher so kreislamäßig.

00:05:21: Wir haben ein bisschen die Abläufe auszuprobieren, um die ersten Lieferanten mit denen in Kooperation zu treten und auch um unseren Mitgliedern einfach schon so einen kleinen Vorgeschmack zu geben, damit sie sehen, welche tollen Lebensmittel zu welchen Preisen haben wir dann.

00:05:38: Und das war so ein bisschen die Wartezeit für bis zum großen Supermarkt verkürzt.

00:05:42: Ich glaube, es war ganz wichtig, um wirklich real zu zeigen, was wir machen wollen.

00:05:46: Und das war

00:05:46: ja ein bisschen ein bisschen zu halten, irgendwie, oder?

00:05:49: Ja.

00:05:49: Und wie viele Mitglieder gab es dann schon, bevor ihr jetzt im Oktober tatsächlich hier aufgesperrt habt?

00:05:55: Also wie viele Personen glauben an das Projekt?

00:05:59: Ohne noch einkaufen zu können.

00:06:01: Ohne im großen Supermarkt nicht vollsortiment einkaufen zu können.

00:06:05: Da waren wir knapp unter dausend zu acht, neuhundert Leute.

00:06:09: Und jetzt sind wir da dausend dreifünfzig.

00:06:11: Es kommen jeden Tag neue Mitglieder dazu, was super ist.

00:06:17: Unser Ziel ist, wir sollten so mindestens zweitausend bis zu zweitausend Fünfhundert Mitglieder sein, damit es auch langfristig wirtschaftlich tragfähig ist, weil wir sind heute ein ganz normaler Betrieb.

00:06:27: Wir müssen irgendwie

00:06:29: wirtschaftlicher überleben können.

00:06:31: Es reicht nicht aus, dass es ein tolles Projekt ist.

00:06:33: Gibt es Menschen, die hier angestellt sind wahrscheinlich?

00:06:36: Ja,

00:06:36: es gibt.

00:06:37: Genau, also eben wir zahlen ganz normalen Miete, wir haben den ganzen Umbau finanziert, über Direktkredite Hauptsache, also wir sind zu einem großen Teil eigen finanziert, das Projekt, also es gibt keinen Großinvestor oder Investor in dem Hintergrund, das waren über dreihundert Mitglieder.

00:06:53: Und Unterstützerinnen, die mit ihrem eigenen Geld sozusagen diesen Supermarkt mit angeschoben haben, plus natürlich auch bei Förderungen und den Kredit bei der Bank, aber hauptsächlich sind es Unterstützerinnen, die uns finanzieren.

00:07:06: Und eben, wir haben sechs hauptamtlich angestellte Personen.

00:07:11: Geschäftsoppelgeschäftsführung, Einkauf, Buchhaltung.

00:07:17: Mitgliederbüro, Schichtkoordination, um dann die Dreihundert Mitglieder quasi auch soweit zu organisieren und den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Leute halt dann kommen können, um dann ihre drei Stunden im Team zu machen.

00:07:32: Also du brauchst de facto eine Mischung aus Hauptamt und Ehrenamt und du brauchst Profis in bestimmten Kernkompetenzen, die für ein Supermarktbetrieb essentiell sind, weil du sonst mit dem Ehrenamt an nichts anfangen kannst wahrscheinlich.

00:07:48: Es

00:07:48: muss gut organisiert sein und gewisse Kernkompetenzen müssen abgedeckt sein, damit dann die Mitglieder kommen können und ihre Schicht machen können.

00:07:58: Es gibt dann quasi viele Videoanleitungen, Einschulungen, Checklisten etc.

00:08:05: Aber und natürlich können unsere Mitglieder auch total viel mitbestimmen.

00:08:10: Das heißt einmal... In der Generalversammlung ist in der Mitgliederversammlung die großen Richtlinien.

00:08:16: Oder zum Beispiel die Frage, mieten wir diesen Standort hier in Meidling an.

00:08:21: Superessenzielle Frage.

00:08:24: Für solche Dinge braucht es bei uns ein Mitgliedervotum.

00:08:26: Und eine einfache Mehrheit oder?

00:08:29: Einfach eine Mehrheit, genau.

00:08:30: Müssten nicht

00:08:31: alle dafür sein, sonst wirst du ja nie anschauen.

00:08:35: Da ist ein recht eindeutig rausgekommen, dass wir nach Meidling ziehen wollen und das unser Standort wird.

00:08:42: Und dann hat es auch Besichtigungen gegeben, wo ganz viele mit wieder da waren.

00:08:45: Und bevor wir die Mitvertragung unterschrieben haben, sich das auch mit angeschaut haben.

00:08:50: Aber im Hauptamtlich bei uns entscheidend werden dann so Entscheidungen getroffen.

00:08:54: Okay, jetzt zum Beispiel haben wir einen neuen Lieferanten aus Italien, El Tamiso, eine kooperative Debo-Wirtschaftet als Padua.

00:09:03: wo wir super Gemüse jetzt im Winter kriegen und solche, die sind operative Entscheidungen, die werden vom Team gefällt oder welche Regale wir, wo wir aufstehen

00:09:16: etc.,

00:09:16: die sind operative Entscheidungen, die sozusagen das Hauptamtliche Team

00:09:23: machen.

00:09:23: Also du hast quasi Unterscheidungen, es gibt einen sehr großen... Ein sehr großes Bekenntnis zu Basisdemokratie, was eine Genossenschaft ausmacht letztendlich.

00:09:33: Vielleicht dreht man noch kurz über was heißt Genossenschaft.

00:09:37: Und es gibt aber auch Entscheidungen, das macht keinen Sinn, wenn man im großen Saiselkreis alle befragt, sondern da gibt es Entscheidungen, die durch die Profis, die man dafür ja auch anstellt, getroffen werden, oder?

00:09:46: Im besten Interesse der Genossenschaft.

00:09:49: Genau, und natürlich... sind wir uns da auch total der Transparenz verpflichtet.

00:09:54: über die Mitgliedernachrichten.

00:09:56: Wir haben sozusagen so ein Online-Cloud-System, wo die Mitglieder in ganz viele Bereiche Einblick haben.

00:10:01: Die Mitglieder können sich auch in den Arbeitsgruppen engagieren, wenn sie möchten, wenn sie sagen, was ich möchte, was nicht, das T-Sortiment mitgestalten, weil ich da Expertise habe, dann haben sie da relativ viel Gestaltungsspielraum, bzw.

00:10:16: kann auch jedes Mitglied sich Produkte wünschen.

00:10:20: Und vorschlagen und die werden.

00:10:21: dann wird dann geschaut, dass sie auch ins Sortiment kommen und so entscheiden wir gemeinsam über unser Kaufverhalten, ob sie im Regal bleibt oder nicht.

00:10:29: Und keiner kann irgendein Produkt verbieten und sagen, nein, das ist ein böses Produkt, das wollen wir auf keinen Fall haben.

00:10:36: Sondern man kann nur positive Vorschläge machen.

00:10:38: Und aber Produkt muss ja beweisen, wenn es eine Drehung nicht gibt, dann kommt es wieder raus.

00:10:42: Dann wird es irgendwann wieder ausgelistet.

00:10:44: Also jetzt haben wir nur an einigen Stellen in den regalen Platz für noch zusätzliche Produkte.

00:10:49: Jetzt haben wir nur nicht so diesen Druck.

00:10:50: Aber wenn irgendetwas ein Ladenhütter ist und es keiner kaufen mag, dann wird es irgendwann ausgelistet werden.

00:10:57: Und unsere Mitglieder nehmen das extrem stark wahr.

00:10:59: Also wir haben so viele Produktwünsche.

00:11:02: Wahnsinn, wir kommen kaum nachmitteln bestellen.

00:11:06: Und das ist schon toll, weil es einfach auch eine ganz direkte Mitbestimmung ist.

00:11:11: Man sieht dann das, was man im eigenen Supermarkt haben möchte, im eigenen Regal auch stehen.

00:11:19: Und das ist halt vorallem eine Genossenschaftsgedanke.

00:11:21: irgendwie, auch also eine Sitzung dieses Mitmachen, mithelfen, mitentscheiden und mitgestalten.

00:11:30: Und wir schauen halt, dass alle Menschen, die wollen bei uns Mitglied werden können.

00:11:35: Wir haben einen einmaligen Genossenschaftsanteil von hundert-achtzig Euro als regulärer

00:11:41: Anteil.

00:11:42: Das zahlt man einmalig im Leben und wenn man aussteigt, irgendwann in Jahren wieder, dann kriegt man das dann auch wieder rückabgebickelt oder ausbezahlt.

00:11:52: Dazwischen sagt man nichts, keinem monatlichen, jährlichen oder sonstigen Kosten.

00:11:56: Das

00:11:56: heißt, das ist so eine Stammeinlage?

00:11:58: Genau, das ist mein Anteil am Supermarkt.

00:12:00: Wir gehören hundert-achtzig Euro von Miller sozusagen.

00:12:03: Also das ist unser Eigenkapital.

00:12:06: Und damit aber eben für mancher Menschen oder für viele Menschen ist es ein hundert-achtzig Euro so einfach so aus sozusagen bei Seite zu haben gar nicht so einfach.

00:12:16: da haben wir die Möglichkeit einen Sozialanteil zu zeichnen, nur zwanzig Euro.

00:12:19: Man ist aber trotzdem ganz genau gleich vollwertiges Mitglied, weil eben ungefähr zwanzig Prozent von unseren Mitgliedern nehmen diesen Sozialanteil in Anspruch.

00:12:29: Also, und das ist uns auch ganz, ganz wichtig, dass es diese Möglichkeit gibt.

00:12:34: Das ist auch noch ein Punkt, der mir dann interessiert, eure Preisgestaltung.

00:12:37: Dadurch bin ich ein bisschen jetzt hellhörig geworden bei einer Veranstaltung vom Jahreswechsel.

00:12:41: Aber bevor wir dazu noch gehen, vielleicht nur der andere Aspekt der Genossenschaft.

00:12:45: Das eine ist die Einlage und quasi dann der Anteilsbesitz.

00:12:50: Und hier rund um uns räumen ganz eifrige Menschen Regale aus ein.

00:12:54: Da werden gerade Äpfel sortiert.

00:12:55: Das gibt dann haufenfrische Sachen.

00:12:57: Das schauen wir uns dann vielleicht noch an.

00:12:59: Das heißt, da sind alles Mitglieder, die haben Anteil... Einen Anteil oder kann man auch mehrere Anteil?

00:13:05: Das sind alles Mitglieder, die jetzt gerade da in den Schwarz und Schürzen ihre Schicht wachen, ihre drei Stunden schichten.

00:13:12: Genau.

00:13:13: Man kann einen Sozialanteilzeichen, einen regulären Anteil oder auch mehrere Anteile zeichnen.

00:13:18: Wir freuen uns natürlich über alle Mitglieder, die eine Möglichkeit mehr Anteile

00:13:22: gibt.

00:13:23: Und

00:13:25: genau, aber die Mitbestimmung ist dieselbe.

00:13:29: Also, ganz egal, es scheint dann nirgendswo aus dem Mitgliederbüro im Hintergrund auf, wer hat den ein Sozialtarif und wer nicht?

00:13:39: und wer hat wie viele Anteile gezeichnet.

00:13:40: Das macht keiner.

00:13:41: einen Unterschied für uns.

00:13:43: Jetzt bin ich hier und ich bin nicht Mitglied bei euch.

00:13:45: Ich bin zum ersten Mal da.

00:13:46: Könnte ich jetzt trotzdem hier schon einkaufen bei euch?

00:13:48: Ja.

00:13:49: Man kann immer vorbeikommen zu unseren Öffnungszeiten und sagen Hallo, ich möchte gerne mal Schnuppe einkaufen.

00:13:55: Dann kriegt man vielleicht gleich mal eine kleine Tour, wird einem alles gezeigt und dann kann man einfach gleich mal den ersten Probe einkaufen machen.

00:14:02: Und genau, wenn es einem dann gefällt, dann wird man im Idealfall gleich mitglieden.

00:14:08: Und zahl ich, würde ich was anderes zahlen, als eure Mitglieder zahlen?

00:14:12: Nein, alle zahlen das gleiche bei uns ganz.

00:14:15: Wir haben eine ganze Transparenz und für alle gleiche Preisgestaltung.

00:14:18: Wir schlagen dreißig Prozent Rohaufschlag auf die Produkte auf.

00:14:23: Das heißt, bei jedem Produkt, das man da sieht, kann man sie im Kopf, wenn man gut im Kopf rechnen ist, oder mit dem Taschenrechner, ausrechnen hat, dreißig Prozent.

00:14:32: Das ist bei allen Produkten gleiche.

00:14:34: Sie, da die Parateise, die Tomaten.

00:14:39: Die sind Bio und kommen jetzt gerade aus Italien, kosten fünf Euro fünfzig pro Kilo.

00:14:46: Da ist dann die Steuer sozusagen auch noch mit drin.

00:14:49: Siebzig Prozent gehen an die Produzenten, dreißig Prozent für die laufenden Kosten von Miele und plus halt die Steuer, die sozusagen noch nicht dabei ist.

00:14:59: Jetzt scheint man, das klingt ein bisschen nach einem Spagat.

00:15:03: Zu sagen, der Anspruch ist ja wahrscheinlich, dass eure Produzentinnen und Produzenten auch gut verdienen mit ihren Erzeugnissen, unabhängig ob sie jetzt bio- oder konventionell sind, aber dass die gut davon leben können.

00:15:14: Es ist ja auch ein Haufen Aufwand.

00:15:15: Auf der anderen Seite Preise, Verkaufspreise anzubieten, die leistbar sind für eine breite Menge an Menschen.

00:15:22: Gerade jetzt, wo wir Lebensmittelpreise diskutieren, seid ihr anruf und runter.

00:15:26: Ihr habt für essentiell schon einige Gespräche geführt, zuletzt vor einem Jahr mit der Bundeswettbewerbsbehörde, wo es drum ging.

00:15:32: die sich angeschaut haben, haben wir sowas wie eine Kartellbildung im LEH in Österreich.

00:15:36: Die Antwort ist in meinen Worten so ein bisschen kommt daraus, dass wir heute eine sehr hohe Konzentration haben.

00:15:42: Das wird sich wohl auch auf die Preispolitik auswirken.

00:15:45: Jetzt im November habe ich die Nationalbank besucht, die Frau Bramer, die ist Expertin auch für Steuerpolitik.

00:15:52: Um die Frage zu klären, wird es uns allen helfen für den täglichen Einkauf, wenn man Steuern auf Lebensmittel reduziert.

00:15:58: Das ist auf vordergründig tolle Maßnahme.

00:16:01: Die langfristige Antwort ist natürlich nah, weil man muss es irgendwo ausgleichen.

00:16:04: Das heißt, die muss irgendein anderer Steuersatz darauf heben, um das finanzieren zu können.

00:16:08: Gerade in einem Budget, das saniert gehört.

00:16:10: Also gibt dann viele Aspekte und ihr versucht jetzt hier Gerechtigkeit dazu zu leben in alle Richtungen.

00:16:15: Wie gelingt es?

00:16:16: Weil das war ein bisschen so der Aufhänger, wo ich hellhörig geworden bin, wie deine Kollegin erklärt hat, wie ihr den, so wie du es jetzt gemacht hast, wie ihr den Preis fest setzt.

00:16:25: Wie kann man dann trotzdem noch so leistbar sein oder offensichtlich günstiger als andere Supermärkte?

00:16:30: Wir

00:16:30: sind in vielen Bereichen günstiger als Supermärkte.

00:16:33: Wie gelingt

00:16:33: das?

00:16:34: Also die Lieferanten und Produzenten, die Bauen und Bäuerinnen, sagen uns den Preis, den sie brauchen für Produkte.

00:16:41: Zum Beispiel haben wir ganz

00:16:43: viel.

00:16:43: Und ihr fahrt uns die nicht nieder?

00:16:44: Okay.

00:16:45: Also erstens ist es ganz gegen unser Prinzip und zweitens werden wir auch nicht in der Position machen zu können.

00:16:51: Ja,

00:16:52: der sagt, geh dir draußen, wenn du das versuchst.

00:16:53: Dann gehen wir so an.

00:16:55: Es ist können wir nicht machen, würden wir auch nicht wollen.

00:16:58: Vielleicht bei manchen könnten wir es, aber machen wir nicht.

00:17:00: Also zum Beispiel haben wir ganz viel, jetzt so das Wintergemüse und im Sommer dann ganz viel vom Biohof Mada, aus dem Zweiundzwanzigsten Bezirk Biohof.

00:17:11: Und der Hansi Marders sagt, was er für seine Produkte verlangt und das zahlen wir.

00:17:18: Und das ist ein ganz tolles und vertrauensvolles Verhältnis, was wir wieder mit viel Produzenten haben.

00:17:23: Da gibt es kein Preisdrückerei.

00:17:24: Und dann kommen die dreißig Prozent drauf von unserer Seite.

00:17:28: Und wir haben jetzt auch im letzten Jahr, im November, einen Preisvergleich gemacht bzw.

00:17:34: vielmehr unsere Mitglieder.

00:17:36: sind in Madling einkaufen gewesen bei großen Lebensmittel, also bei großen Supermärkten und bei Biomärkten, Asiamarkten und haben einfach geschaut, was kosten die Sachen bei uns, bei Mila und was kosten sie anderswo.

00:17:53: Ah,

00:17:53: wir stehen da vor einer Preisvergleichslichte, die ja gar so verhebt, wo ein Haufen Sachen draufstehen, mit exakten Preisen von den Standorten, wie du das kennst.

00:18:01: Genau, also zum Beispiel sehen wir da, dass Zum Beispiel, was kann man da als Beispiel?

00:18:04: Die Bio-Erdepfe, die kosten bei uns am November, ich muss jetzt schauen, ob das noch aktuell ist, aber die Kosten sind auch bei einem Discounter bei einem Discounter sogar teurer.

00:18:10: Bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei einem Supermarkt, bei Und speziell bei unserem Gemüse, bei dem Bio-Gemüse, bei dem, das gerade das Sohn hat, dann haben wir echt unschlagbare Preise und sind immer auch billiger als beim Discounter.

00:18:44: Bei sozusagen wirklich der guten Bio-Wahre.

00:18:47: Weil es muss sich für unsere Mitglieder auch auszahlen, dass sie diese drei Stunden einmal im Monat machen.

00:18:52: Natürlich, weil es uns irgendwann einmal auffällt, weil am Anfang sind wahrscheinlich alle euphorisch und es uns veräppt die Liebe ein wenig, oder?

00:18:57: Und gehen diese Preise machen, unsere Mitglieder durch ihre Mitmachschicht möglich?

00:19:02: Das heißt, ich hab's einfach so wenig Oberhead-Kosten im Vergleich zum klassischen Supermarkt.

00:19:06: Ja, wir haben die sechs Angestellten.

00:19:09: Und dadurch, dass die Mitglieder so so eine ganze sichtbare Supermarktarbeit hinter der Kasse oder beim Einschlichten und so machen, sparen wir halt der Personalkosten.

00:19:19: Wir haben jetzt auch keine riesigen Werbeausgaben, weil die beste Werbung sind begeisterte Mitglieder, die anderen Personen

00:19:25: erzählen, dass

00:19:26: es toll ist.

00:19:29: Genau.

00:19:30: Und so ... fahren wir ganz gut.

00:19:33: Und ich meine, jetzt klingt jetzt alles wahnsinnig toll und fast ein bisschen unwirklich, weil alles so flutscht und jeder profitiert und es ist für alle das Beste.

00:19:41: Jetzt bin ich ein rationaler und realistischer Mensch und ich glaube gerne an die guten Dinge, aber oft einmal gibt es ja dann irgendwo einen Haken, ohne danach suchen zu wollen.

00:19:52: Aber was ist besonders anstrengend?

00:19:55: oder was sind eure Erfahrungen jetzt aus den ersten Monaten, das auch offen sind von dem großen Markt?

00:20:02: aus meinem Brotberuf mit vielen Unternehmen oder Organisationen arbeiten.

00:20:08: Prasistemokratie oder die Koordination von ganz vielen Menschen, die am gleichen arbeiten, ist ja nicht immer so einfach, gerade im ehrenamtlichen Bereich.

00:20:15: Das schaut toll aus, wenn sie alle engagieren, aber du musst das ja mega gut organisieren und du musst viele Interessen und viele Vorstellungen von einer Umsetzung unter an Hut bringen.

00:20:25: Was ist anstrengend?

00:20:28: Vielleicht hat es euch nicht überrascht und ihr wart darauf gut vorbereitet, aber Was braucht auch viel Zuwendung in der Organisation so als Genossenscham?

00:20:36: Also, wir haben am Anfang ein bisschen Sorge gehabt, oh Gott, haben wir dann alle Schichten eh gefüllt, halbwegs.

00:20:42: Was Schichtplanung

00:20:43: ist?

00:20:43: Etwas sehr komplexes, dass dann alle Mitglieder auch kommen, in ihrer Schicht machen.

00:20:49: Haben wir genug Mitglieder, damit die Schichten halbwegs gut gefüllt sind, haben wir Sorgen gehabt.

00:20:53: Und das hat super funktioniert.

00:20:55: Da waren wir über uns selber überrascht und das war echt toll.

00:21:00: Also das ist jetzt weniger Sorge, die uns plagt.

00:21:03: Wir tun laufend die Abläufe optimieren und unsere Mitglieder bringen auch die nötige Geduld mit, weil sie wissen, wir haben jetzt gerade aufgesperrt.

00:21:11: Natürlich ist noch nicht jeder Ablauf perfekt.

00:21:14: Was wir gemerkt haben am Anfang ist, dass so das Einkaufsverhalten von unseren Mitgliedern teilweise unberechenbar ist.

00:21:22: Welchen Tagen sie kommen, wie viel sie wovon kaufen.

00:21:25: Da lernen wir halt mit, also manche Sachen sind dann ein paar Sachen übrig, andere Dinge haben sie uns Ratserfahrt weggekauft, da waren da teilweise halt leere Regale, wo wir kaum mit Nachbestellen nachgekommen sind.

00:21:40: Also sozusagen diese Sortimentsgestaltung, ganz, ganz viele Produktvorschläge und Wünsche, die gekommen sind, die wir eben versuchen, möglichst schnell zu erfüllen, aber was auch viel Recherche braucht.

00:21:53: auch die ganze Recherche, welche mit welchen Händlern wollen wir gut so zusammenarbeiten, welche Händler bieten uns eine gute Preise und auch Verständnis bei unseren Mitgliedern dafür zu schaffen, dass wir natürlich schauen, dass wir möglichst viele kleine Produzenten, ganz viele Bio, also wir haben jetzt so fünf oder acht Prozent Bio-Anteil in etwa.

00:22:15: unterstützen beziehungsweise das unsere Mitglieder wollen, aber teilweise wir auch natürlich mit dem Großhandel zusammenarbeiten, weil das rein logistisch und vom Ganzen, von den Abläufen her, supergar wäre, wenn wir so sagen, jedes Spackal irgendwie nicht

00:22:30: jeder

00:22:32: direkt beziehen.

00:22:33: Also, weil wir haben viel direkt.

00:22:36: Ja, die habt ihr sehr viele Produkte, die jetzt von Großproduzenten genommen.

00:22:39: Da ist wahrscheinlich insgesamt für sinnvoller zu sagen, man geht über einen Zwischenhändler und kann ein größeres Sortiment dort vielleicht...

00:22:45: Genau.

00:22:47: Aber da sind unsere Mitglieder auch, wenn man mit ihnen darüber spricht und das gut erklärt, auch sehr klar an Verständnis voll dafür.

00:22:55: Also da sind wir halt transparent und erklären, warum vielleicht manche Dinge jetzt gerade noch nicht möglich sind und wie uns manche Dinge sozusagen für die Zukunft vornehmen.

00:23:07: Aber es war... herausfordern und toll zugleich zu sehen, wie sie die Leute über das Sortiment einfach einbringen.

00:23:15: Weil ganz viele von unseren Mitgliedern.

00:23:17: die sind halt in erster Linie da, weil sie irgendwie gutes Essen haben wollen, weil Essen sowas Wichtiges für sie ist und wir das da halt gemeinsam organisieren.

00:23:29: Also sozusagen dieses gute, dieser Anspruch, gutes Essen für alle leistbar zugänglich zu machen.

00:23:34: Ich glaube, das ist so die größte Klammer, die die Mitglieder von uns.

00:23:39: irgendwie zusammenbringt.

00:23:41: Und klingt ja sehr nach einem Grundgedanken von Genossenschaft irgendwie, oder?

00:23:46: Also eine Ansammlung von vielen, vielen Menschen mit ähnlichen Interessen, die sich zusammen tun, um Dinge möglich zu machen, zu leistbaren Preisen, die sonst so nicht verfügbar werden letzten Endes.

00:23:58: Ja, ohne dabei ein Qualitätsabstrich zu machen.

00:24:01: Da sagen wir, man möchte vielleicht einen Kontrapunkt setzen in einer Zeit, wo es eben oft darum geht, dass Lebensmittel nur günstig sein soll.

00:24:07: Teilweise nachvollziehbar, weil Verfügbarkeit von Geld oft auch irgendwie überschaubar ist.

00:24:12: Die Leute kämpfen teilweise mit den täglichen Ausgaben.

00:24:15: Und hier gelingt anscheinend was, viele Interessen unter den Hut zu bringen, Lieferanten ein Pferd zu bezahlen und trotzdem deutlich günstiger als im Wettbewerb leben, das Mittel anbieten zu können.

00:24:28: Und das sind ein relativ hohen Bioanteil, wie du es gerade beschrieben hast.

00:24:32: Ja, also eben wir haben jetzt zu fünf oder acht Prozent Bio gestartet zusammen, oder acht Prozent, also gestartet zusammen mit, glaube ich, gut neunzig Prozent und es spiegelt halt sozusagen unsere Mitglieder wieder.

00:24:44: Jeder darf sich alles, alles vorschlagen, solange wir es irgendwo beziehen können, solange, also wir werden natürlich immer Bio vorziehen, wenn das so so ein preisig und qualitativ ähnlich ist, kriegt bei uns immer Bio den Vorzug.

00:25:00: Aber manches auch gibt es heute nicht im Bio, oder es ist ein Vollteier im Bio, oder wir stellen beides ins Regal, sowohl als auch.

00:25:06: Also es braucht eine gewisse Bandbreite.

00:25:08: Wir haben zum Beispiel einen Lieferanten, über den wir so Produkte beziehen, die man normalerweise in so einem Asia-Laden vermutet, also Sriracha-Sauce und da so.

00:25:23: Wasabi-Erdnüsse gibt es bei uns genauso und wir haben auch einen türkischen Lieferanten.

00:25:28: über den wir viele Produkte beziehen.

00:25:33: Also es ist bei uns alles erlaubt.

00:25:35: Und man kann ohne einem schlechten Gewissen einkaufen.

00:25:38: Es geht bei uns darum nicht, dass wir die perfekten Konsumentinnen sind, die dann mit einem erhobenen Zeigefinger sind.

00:25:44: Oh, da kauft jetzt jemand so eine Leitkola.

00:25:48: Oh Gott, oh Gott.

00:25:49: Die

00:25:50: Tirolerkola-Leit ist eines von den Produkten, die es bei uns total stark dreht.

00:25:57: oder das Club Marte Zero?

00:26:00: Ja, es ist niemand perfekt und kauft perfekt ein.

00:26:04: Es geht bei uns darum, dass es auch erlaubt ist, dass es ohne einen schlechten Quiz nicht erlaubt ist, aber dass viele Menschen, die vielleicht sonst gar nicht so Bio-Gemüse greifen würden, weil sie es nicht leisten können oder weil es für sie was ist, was sie total mit teuer und exklusiv und nicht für mich assoziieren.

00:26:27: Die kommen dann auch zu uns und die kaufen dann

00:26:30: auch, genau,

00:26:32: und dass es sich leistbar ist.

00:26:34: Und wir haben jetzt nirgends wo draußen, weil Mila groß draufsteht, wir sind fair und bio und alles Mögliche.

00:26:42: Es ist sozusagen dann bei uns drinnen.

00:26:45: Man kriegt es einfach.

00:26:46: Man kriegt es weniger in Schubladen eingeteilt, sondern man sagt, schauen wir das mal, also jetzt meinen Worten.

00:26:52: Schaut man, dass man viele Leute anspricht, dass das immer mehr werden, dass die das nützen, dadurch das Ganze wachsen kann und dass man so vielleicht auch so ein bisschen barrieren zwischen den Welten niedere ist.

00:27:03: Ja, bei uns stehen Dinge nebeneinander im Regal, die sonst in unterschiedlichen Welten existieren.

00:27:09: Ja, also wir haben halt dann ... Was sind jetzt da so?

00:27:13: ... Popcorn sozusagen, dass man normalerweise in einem exklusiven Biomarkt irgendwie kriegt, das mit irgendwie super fancy ist.

00:27:28: Und dann gibt es die Variante zum selber Poppen, die wahrscheinlich eher in so einem Reformhaus normalerweise ist.

00:27:35: Und dann gibt es auch eine Variante.

00:27:38: die man im türkischen Supermarkt sieht.

00:27:41: Und in unterschiedlichen Preisklassen auch.

00:27:45: Und das darf da nebeneinander existieren bei uns.

00:27:48: Und normalerweise wird das nicht einmal im gleichen Regal sein, sondern sowas wie in unterschiedlichen Supermärkten.

00:27:53: Und bei uns kommt es zusammen, weil es ja auch unserer Mitgliederstruktur so ist, dass wir natürlich haben wir einen höheren Akademikeranteil wahrscheinlich aus wie einem Durchschnitts-Supermarkt irgendwo.

00:28:05: Aber...

00:28:06: Ah, das kann sich verändern im Laufe der Zeit.

00:28:08: Es

00:28:08: verschiebt sich jetzt schon.

00:28:11: Und die mehr als die Hälfte von unseren neuen Mitgliedern kommentiere ich aus der Nachbarschaft, aus Meidling.

00:28:17: Es war für unsere bewusste Entscheidung, dass wir nach Meidling gegangen sind in so einem Bezirk, wo einfach so ein Wiener Durchschnittsbezirk.

00:28:24: Wir wollten nicht in den Siebten oder in den Ersten.

00:28:28: Sondern es war für uns klar, wir wollen wohin, wo... Und das echte Leben stattfindet.

00:28:31: Genau.

00:28:32: Und so, das sieht man an unseren Mitgliedern.

00:28:36: KFZ-Mechanikerinnen, Mechaniker bis zu Grafikerinnen sind da alle mit vertreten und mit ihren Wünschen an unser Sortiment und an unsere Gemeinsamness tun.

00:28:50: Jetzt haben wir da mitten in Meidling in der Nähe von Bahnhof Meidling und von der U-Sex und das gerade beschrieben quasi euer aktuelles Klientel.

00:28:57: Ich bin mir fast sicher, dass sich das noch ordentlich verändern und erweitern wird und auch die Gruppen innerhalb der Mitglieder wahrscheinlich sind noch verschieben.

00:29:05: Was sind die Pläne?

00:29:07: Wahrscheinlich kommen jetzt da Leute aus ganz anderen Bezirken einzukaufen.

00:29:10: Das ist doch mit einem gewissen Aufwand verbunden.

00:29:13: Das macht man zeitlang, aber wahrscheinlich macht man es dann nicht dauernd, wenn es um den Wocheneinkauf geht.

00:29:18: Wollt ihr die Weltherrschaft übernehmen und in jedem Wiener Bezirk einen Miele aufmachen?

00:29:22: Oder wie wollt ihr denn euer Angebot noch zugänglicher machen?

00:29:26: Was sind eure Pläne?

00:29:28: Wir werden keine weiteren Filialen eröffnen.

00:29:31: Wir... Unser erster... Wichtigster Punkt ist jetzt mehr Mitglieder zu gewinnen.

00:29:37: Wir brauchen auf jeden Fall so über zwei Tausend, damit wir gut wirtschaften können.

00:29:42: Das ist unser erstes Ziel und unser Sortiment weiter auszubauen.

00:29:46: Also wir haben noch mehr Platz.

00:29:48: Wir haben jetzt so drei Tausend, drei Runder Produkte in etwa.

00:29:53: Das werden wir noch weiter ausbauen.

00:29:54: Wir haben noch Platz, um aufzustocken.

00:29:56: Es ist so jedes Mitglied alles, was er sie braucht bei uns beim Einkaufen, weil es muss sich eben dann auszahlen.

00:30:03: Und viele Mitglieder, die auch außerhalb vom Meidling wohnen, die kommen halt dann einmal in der Woche oder mindestens einmal im Monat, wenn sie Schicht haben mit dem riesigen Trolli und machen irgendwie einen fetten Einkauf.

00:30:17: Also es hat sie.

00:30:18: bei unseren Mitgliedern merkt man auch, dass sie da teilweise das Einkaufsverhalten verschippt.

00:30:21: Die nehmen wir jeden Tag oder jeden zweiten Tag für ein paar Kleinigkeiten, wohingegen, sondern wirklich mit einer Einkaufsliste, mit dem riesen Trolli dann bei uns aufdachen und dann.

00:30:31: und bei ihnen einen Supermarkt einkaufen.

00:30:34: Es merkt man, dass sie das einfach total verschiebt.

00:30:38: Und ja, also Sortiment ausbauen, mehr Mitglieder gewinnen, sind unsere Prioritäten.

00:30:48: Was sagt der Mitbewerb zu euch?

00:30:50: Waren die schon da?

00:30:51: Sluppern?

00:30:52: Oder schauen, wie es läuft?

00:30:53: Ich nehme mal an, dass es schon niemals da war.

00:30:56: Offiziell vorgestellt haben sie es ja noch nicht

00:30:59: bei uns.

00:31:00: Aber, ja, also, wir sind da in der Straße, wie wir noch gegessen, glaube ich, der einzige Supermarkt.

00:31:08: Natürlich gibt es welche in der Nähe auf der Meidlinger Hauptstraße und natürlich ist der Meidlinger Markt auch in der Nähe.

00:31:14: Aber, ja, ich glaube, wenn Leute was anderes suchen und so ein bisschen frustriert sind von dem, wie der Lebensmittel-Einzelhand in Österreich läuft.

00:31:26: dann sind sie bei uns gut aufgehoben.

00:31:29: Und ich glaube, es sind halt schon viele Leute, die echt auch frustriert.

00:31:31: Das merkt man auch, so was die Motivation unserer Mitglieder angeht.

00:31:35: Die halt mit dem, dass sie nicht wissen, wo kommt das Geld an, warum bezahle ich so viel dafür, wann aber die Bauern auch womöglich gar nicht so viel kriegen, dann ganz viele irgendwelche komischen Repatt-Aktionen, Repatt-Marker und quasi ist ja schon super kompliziert, irgendwie zu versuchen, einen guten Preis für Dinge zu kriegen.

00:31:53: Und es gefällt bei uns einfach alles weg.

00:31:56: Das einzige Mal, wo wir dreißig Prozent Rabatt geben, ist, wenn Produkte schon den MHD erreicht haben, die noch gut sind für den Verkauf, dann gibt es die günstiger, jetzt gerade die Adventskalender.

00:32:10: Oder wenn irgendwie Gemüse schon ein bisschen schrumpelig ist, weil wir Lebensmittelverschwendung minimieren wollen.

00:32:15: Das ist der einzige Rabatt, der uns bei uns gibt.

00:32:19: Ein wunderbarer Abschluss.

00:32:20: Ich danke dir für deine Zeit und für den spannenden Rundgang.

00:32:22: Vielen Dank für den Besuch.

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